Feuer und Schwert können die Heiden zur Ruhe verhalten, in Bann zu halten aber sind nur Gläubige.

Arnold Schönberg

Stiftung Volkswagenwerk

Die Stiftung Volkswagenwerk hat 1965 107,9 Millionen Mark für Vorhaben der Wissenschaft und Technik ausgegeben; den größten Anteil an den Bewilligungen haben die Naturwissenschaften (29 Prozent) und die Geisteswissenschaften (27,3 Prozent). Wie die Stiftung in dem jetzt erschienenen "Bericht 1965" mitteilt, hat sie wie in den vorangegangenen drei Jahren ihre Aufgabe der Förderung so verstanden: An vielen Stellen gleichzeitig zu helfen – vor allem dort, wo die Gefahr besteht, daß wichtige Projekte nicht in Gang kommen, oder nicht fortgeführt werden können. Bei der angespannten Finanzlage des Staates birgt diese Haltung jedoch die Gefahr in sich, die Stiftung nicht als Förderin privater Initiative und riskanter Vorhaben, sondern als willkommene Lückenbüßerin zu betrachten. Es ist nur vernünftig, daß eine private Stiftung einspringt, wenn Not am Mann ist; sie sollte sich aber nicht grundsätzlich und in allen Fällen dazu bereitfinden, Bund und Ländern die allgemeine Forschungsförderung abzunehmen oder durchzuhalten.

Hinauswurf

Der neununddreißigjährige polnische Philosoph Leszek Kolakowski ("Der Mensch ohne Alternative"), "Der Himmelsschlüssel"), wegen seines unorthodoxen und antitotalitären Marxismus schon seit geraumer Zeit in gespannten Beziehungen zur Staatspartei, erklärte auf einer Studentenversammlung in Warschau: es gebe wenig Grund, den zehnten Jahrestag des Endes der Stalin-Ära und des Beginns des Gomulka-Regimes zu feiern, denn die Entwicklung Polens werde durch ständige Beschränkungen des Rechtes auf Kritik gehemmt. Jetzt bekam er die Quittung: Die Vereinigte Polnische Arbeiterpartei schloß ihn aus; seinen Lehrstuhl behält Kolakowski.

Lehrerarbeit