Unser Kritiker sah:

DIE SCHLACHT BEI LOBOSITZ

Komödie von Peter Hacks

Deutsches Theater in Göttingen

Städtische Bühne in Heidelberg

Die gegenwärtige Spielzeit bringt eine Invasion von Stücken des 1928 geborenen Peter Hacks auf die Schauspielbühnen in der Bundesrepublik. Man erinnert sich: Der aus Breslau stammende Münchner Dr. phil. ging nach der Uraufführung seines Kolumbus-Stückes (das ihm sogleich den Dramatikerpreis der Stadt München eintrug) 1955 zu Brecht. Trotz mancherlei Schwierigkeiten blieb er in Ostberlin. Nicht nur durch seine Fruchtbarkeit als Stückeschreiber, auch durch Mentalität und Stil wurde Hacks der ansehnlichste Brecht-Epigone. Die Brecht-Hochflut spült nun auch eine Welle von fünf oder sechs Hacks-Stücken in den Westen.

Die erste dieser westdeutschen Premieren fand zur gleichen Stunde auf zwei Bühnen statt. Ich habe in Göttingen die Generalprobe, in Heidelberg die erste öffentliche Vorstellung gesehen. Beide Inszenierungen interessierten auch deswegen, weil sie jungen, am Anfang ihrer Laufbahn stehenden Regisseuren anvertraut waren: in Göttingen dem Hilpert-Schüler Eberhard Pieper, in Heidelberg Claus Peymann, der aus dem Studententheater hervorgegangen ist.