Von Jean Cau

Die "LSD-Party", die "irgendwo zwischen Notre-Dame und Saint-Germain-des – Prés" stattfand, endete für unseren Autor, den Schriftsteller und Reporter Jean Cau, mit einer bösen Überraschung. Er hatte bloß Beobachter sein wollen – jetzt erfuhr er, daß man ihm heimlich eine starke Dosis "LSD" in den Wein geschüttet hatte. Er taumelte nach Hause, nahm Beruhigungsmittel. Es war zwei Uhr nachts.

Ich lösche das Licht. Ich schließe die Augen. Schlafwellen durchdringen mich. Doch nein, der "Rausch" beginnt... Da sind sie, die Halluzinationen! Farben, jawohl. Unglaubliche Farben. Puzzle-Spiele, die sich bilden und zerfließen. Gegenstände, die aus dem Dunkel treten, verschwimmen, erschlaffen, aufs neue Gestalt annehmen. Ganze Orgien von Formen, Farben, vervielfacht.

Nein! Ich raffe mich auf und öffne die Augen. Alles versinkt. Ich mache das Licht an. Ich darf um keinen Preis schlafen, um keinen Preis. Sonst erdrücken mich die Halluzinationen, die lawinengleich hereinbrechen und Oberhand gewinnen. Sie blähen sich auf. Sie werden mich verrückt machen, wenn ich schlafe. Ich werde aufwachen und wahnsinnig sein. Wenn ich nicht "bremse", bin ich verloren ...

Dies sind die schrecklichsten, die angstvollsten Stunden, die ich je im Leben, durchgemacht habe. Panik, die stoßweise kommt und geht, malträtiert meine Schläfen. Wieder mache ich die Augen zu. Könnte ich doch schlafen! Und "es" beginnt von neuem.

Ich weiß: Wenn du den Stoß nicht aushältst, bist du verloren. Gib nicht auf! Du bist beim "Abstieg" – sagte das der "Meister" nicht zu dir? Aber wer ist das – ich... du? Mit wem rede ich? Vorsicht vor Fragen! Laß die Fragen nicht gegen die Tür poltern! Stemme dich, stemme dich mit aller Kraft gegen die Tür!

Übermenschliche Anstrengung. Fürchterliches Versteckspiel mit den Dämonen der Angst. Ich muß es aushalten. Ruhe! – Ich muß die Stunden zählen. Aber wer ist "ich"? Ich habe Abscheu vor mir selber, Ekel, Wut und Furcht.