Von Erwin Lausch

In Zentralafrika, so beobachteten Forschungsreisende, suchten Mädchen vom Stamm der Zande ihre Attraktivität dadurch zu steigern, daß sie regelmäßig ihre Brüste nach unten drückten. Dazu sangen sie ein Zauberlied: "Oh, wenn doch meine Brüste fallen würden!" Die Männer des Stammes schätzten Hängebrüste.

Bräuche dieser Art beschreibt ein italienischer Afrika-Kenner in einer Studie über das Geschlechtsleben der Afrikaner –

Boris de Rachewiltz: "Schwarzer Eros – Afrikanische Sexualbräuche von der Vorgeschichte bis heute"; Henry Goverts Verlag, Stuttgart; 334 Seiten, 40,– DM.

Wie vieles andere, was in diesem Buch und in weiteren Neuerscheinungen über das Sexualverhalten von Vorderasiaten und Indern, Chinesen und Japanern mitgeteilt wird, empfinden Europäer solche Schönheitspflege als grotesk oder gar als abstoßend.

Aber was eigentlich ist der grundsätzliche Unterschied zwischen den Wünschen der Zande-Mädchen und denen europäischer Frauen, die selbst vor Operationen nicht zurückschrecken, um das Gegenteil von dem zu erreichen, was die Negermädchen anstreben?

Natürlich bestehen Unterschiede. Zunächst: Die Handlungen der Neger sind uns ungewohnt, die eigenen Sitten selbstverständlich. Darüber hinaus: Manipulationen an den Geschlechtsteilen gelten bei uns – anders als kosmetische Bemühungen um das Gesicht – als unanständig; schon gar nicht dürfen nach herrschender Sitte Kinder wie bei den Zande dazu animiert werden.