Am 22. November, dem Fest der heiligen Cäcilie, wird, seit 1932 der Hausmusiktag gefeiert.

Hinter Stoke d’Abernon fahre ich durch ein Parktor, und vor mir öffnet sich eine Constable-Landschaft. Mächtige Bäume in leuchtenden Herbstfarben. Weidende Rinder. Über dem Kugelberg das große viktorianische Landhaus, das seit drei Jahren Yehudi Menuhins Schule beherbergt.

"Mr. Brackenbury?"

"Durch den Torbogen mit dem Uhrturm hindurch, dann rechts."

Der Klang einer Geige, die korrigierende Stimme einer Lehrerin. Der alte Uhrturm schmückt die ehemaligen Stallungen. Das Gebäude enthält, gründlich umgebaut, Büro- und Unterrichtsräume und die Wohnung des Schulleiters, A. H. Brackenbury.

"Wie viele Kinder? Gegenwärtig vierunddreißig. Wir können noch ein paar mehr aufnehmen. Ursprünglich dachten wir daran, die Schülerzahl allmählich auf hundert zu erhöhen. Aber davon sind wir abgekommen. Wir wollen nicht, daß die Schule ihren intimen Charakter verliert und der Unterricht seine Intensität. Fünfzig – das wäre wohl das Maximum."

Mr. Brackenbury, groß, schmächtig, Produkt von Cambridge, ein hochwertiger professional auf dem pädagogischen Feld, betrachtet sich bescheiden als Amateur auf jenem Gebiet, das den Daseinszweck der Schule darstellt: der Musik. Er ist die Verkörperung des realistischen Denkens in einer Gemeinschaft von Enthusiasten, deren Ambitionen und Träume leicht dazu neigen könnten, das Internat in ein musisches Wolkenkuckucksheim zu verwandeln. Er ist der Praktiker, der darauf achtet, daß neben der rechten Fingerhaltung der jungen Musiker ihre Rechtschreibung nicht vernachlässigt wird, und neben der Harmonielehre die Mathematik nicht zu kurz kommt.