Von Horst Künnemann

Opas Realienbuch ist tot, abgelöst ist das Bildungs- und Wissenskompendium der Vergangenheit mit Gemischtwaren-Charakter. Statt seiner triumphiert das Sachbuch aller Schattierungen, bei jungen wie bei alten Lesern. Sortiment und öffentliche Büchereien bestätigen es, selbst die Schule beginnt langsam von dieser Entwicklung zu profitieren – wenn auch vorerst mit unzulänglichen Methoden.

Das Sachbuch für Kinder ab etwa sieben Jahren hat sich bislang in Deutschland nur mühsam behaupten können. Versuche von Roderich Thun blieben bald auf der Strecke; ein günstigeres Schicksal wurde den Photo-Sachbüchern des Oetinger-Verlags in Hamburg zuteil, die sich Jahr um Jahr vermehren, zuletzt um –

Dimitri Baltermants / Dana Levin: "Nikolai aus Moskau"; Verlag Friedrich Oetinger, Hamburg; 48 S., 8,80 DM.

"Mein erstes Sachbuch" heißt eine neue Reihe im Marion von Schröder-Verlag, die Herausgeberin, Sybil Gräfin Schönfeldt, schrieb selbst den soeben erschienenen dritten Band –

"Mein erstes Kochbuch", illustriert von Ursula Kirchberg; Marion von Schröder Verlag, Hamburg; 96 S., 6,80 DM.

Für kleinere Hände bestimmt, bietet das Bändchen von einfachsten Gerichten bis zu komplizierteren Menüs alles, was kindliche und erwachsene Gaumen ergötzt. Dieses Mehrzweckbuch ist nicht nur geeignet zur Anregung kindlicher Küchen-Phantasie, hier kann auch der hilflose Junggeselle heimliche Hilfe finden.