General McArthur warnte sein Land davor, sich auf einen Landkrieg auf dem asiatischen Festland einzulassen. Wie recht er mit dieser Warnung hatte, muß jetzt General Westmoreland, der US-Oberbefehlshaber in Vietnam, bitter erfahren. Da Washington den Zustrom an US-Truppen verringern will, gleichzeitig aber die amerikanischen Alliierten im Pazifik den Ruf Westmorelands nach mehr Soldaten unerhört ließen, wird er sein Expeditionskorps von bald 400 000 Mann strecken müssen.

Damit spielt er aber das kaltblütige Spiel seines Gegners Giap, der es vor zwölf Jahren schon fertigbrachte, die überlegene französische Streitmacht allmählich in einen Zermürbungskrieg hineinzuziehen. Die ganze 1. Infanteriedivision, Teile der 25. Division, einige Brigaden, Fallschirmjäger und Ranger, zusammen etwa 25 000 Soldaten, kämpfen seit Anfang November in der "Kriegszone C" nordwestlich Saigon gegen etwa 9000 Vietcongs in der bisher schwersten Schlacht des Krieges. Im Hochland von Vietnam werten zwei Divisionen durch die Vietcongs festgehalten.

Auch der Luftkrieg über Nordvietnam wird zum Aderlaß für die Amerikaner, seit die Luftabwehr mit sowjetischer Hilfe vervollkommnet wurde. Mehr als fünfzig erdgebundene Flugibwehrraketen, etwa 3000 Flakgeschütze, davon die Hälfte radargelenkt, und etwa 100 sowjetische MIG-Jäger, die auf vier Flugplätzen verteilt liegen, machen den US-Piloten die Hölle heiß.