Entwicklungspolitik. Handbuch und Lexikon. Kreuz-Verlag, Stuttgart, und Matthias-Grünewald-Verlag, Mainz; 68,– DM.

Dieser gewichtige Band von nahezu 1800 Seiten stößt in jeder Hinsicht in Neuland vor. Er ist ein Produkt des geistigen und wirtschaftlichen Schmelztiegels unserer Gegenwart. Zu seiner Schöpfung haben sich Kräfte vereint, die bisher vielfach nur in wohlwollender Duldung voneinander Kenntnis nahmen:

Da sind gleich zwei Verleger, die das Werk (der Ausdruck besteht zu Recht) vorlegen: der (katholische) Matthias-Grünewald-Verlag und der (evangelische) Kreuz-Verlag. Das sind gemeinsame "Auftraggeber", die ihr Wagnis in einem Vorwort begründen: der geistliche Direktor im Zentralkomitee der Deutschen Katholiken, Prälat Hanssler und der Generalsekretär des Deutschen evangelischen Kirchentages, Dr. Walz, Theologe und Jurist. Da sind die eigentlichen "Herausgeber", die Professoren Besters aus Bochum und Boesch aus Saarbrücken. Mithin treten die beiden großen Konfessionen Hand in Hand mit den Geisteswissenschaften in die bewährte Tradition bisher getrennt erscheinender Handbücher und Lexika ein. Sie unternehmen dies, um dem manchmal noch bodenlos wirkenden, Gebäude der Entwicklungspolitik gedankliches Maß und Richtlinien einzufügen.

Von AAPSO über MIJARC und OAU bis zur ZWANGSVERWARNUNG und ZYPERN wird derjenige, der über das in Fachkreisen geübte "Entwicklungschinesisch" stöhnte, feste Punkte zu vernünftiger Begriffsbildung finden. Das Handbuch ist mit dem Lexikon innerlich zu einer untrennbaren Einheit verschmolzen.

Im Handbuch werden zunächst 23 Sachabhandlungen in Kapitelform aus der Feder von erstklassigen Theoretikern und Praktikern aus aller Welt vorgelegt. Sie vermitteln in vier Hauptteilen das Verständnis für den allmählich feste Umrisse gewinnenden Gesamtbereich der Entwicklungshilfe:

I. Entwicklungsländer in Vergangenheit und Gegenwart;

II. Theorien zur Entwicklung;