FÜR Journalisten und solche, die es werden wollen; aber auch für anteilnehmende Leser dieser sonderbaren Spezies –

"Zeitungsschreiber" – Einundachtzig Profile, herausgegeben und eingeleitet von Nikolas Benckiser; Societäts-Verlag, Frankfurt; 302 Seiten, 8,80 DM.

ES ENTHÄLT Kürzest-Porträts beinahe aller illustren Persönlichkeiten, welche mit dem Journalismus in Verbindung zu bringen wo nicht geboten, so doch erlaubt ist: von Martin Luther bis zu John F. Kennedy, von Ernest Hemingway bis zu Daniel Defoe.

ES GEFÄLLT, mit mancherlei Einschränkungen, als ein Versuch, an dem manches auszusetzen wäre, weil es eben nicht möglich ist, dem Journalisten Heine oder Kraus oder Sieburg in sechzig Zeilen gerecht zu werden (weswegen gerade die Porträts der drei Genannten auch recht schwach ausgefallen sind) – ein Versuch immerhin, der Hoffnung wecken könnte: die Hoffnung nämlich, das gleiche vorzügliche Team von Redakteuren und Korrespondenten der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, das diese Porträts geschrieben hat, ließe sich gewinnen, nun einmal wirklich eine Geschichte des Journalismus als Geschichte der großen Journalisten zu schreiben. Hier haben wir ein paar mißlungene und viele gelungene Ansätze: nicht mehr – aber auch nicht weniger. Rudolf Walter Leonhardt