Von Marietta Riederer

Wer apfelgrüne Kaninchen sieht, bleibe ganz ruhig. Er hat keine Halluzinationen. Es kann sich da nur um einen Pelzmantel handeln, das heißt: um einen "fun-fur".

"Pelze zum Spaß" sind Pelze für junge Leute, frech und preiswert, also genau das Gegenteil von Prestige-Pelzen, die die gnädige Frau nötig hat: Ratten, Maulwürfe, chinesische Eichkater, Iltisse, Hamster, Murmeltiere, Katzen, ja, selbst der Vielfraß, ein marderähnlicher Bergkater (feiner auch Jerf genannt) lassen ihre Felle, werden gefärbt, manchmal auch rasiert. Es gilt, die Pelzmode zu verjüngen.

Auf die Verjüngung kommt es vor allem an. Fendi in Rom, Haute Couture in Pelzen, bei dem nur edelste Felle verarbeitet werden, hat schon im Juli gezeigt, wie man Persianermänteln den "hautgout" des Madamigen nimmt.

Das geht so: Ein Mannequin in einem sehr kurzen schwarzen Persianermantel, tailliert, etwas glockig fallend, mit schmalen Ärmeln, huschte über den Laufsteg. Der Mantel war mit vielen Silbermetallknöpfen geschlossen und hatte einen kindliche weißen Nerzkragen, der mit einer großen schwarzen Seidenschleife geschmückt war. Die langen blonden Haare wurden im Nacken von einer breiten Silberspange zusammengehalten, auf der Nase saß eine Nickelbrille, und die Beine steckten in schwarzen Wollstrümpfen zu schwarzen Mokassins.

Seit Jahren wurde einem schwarzen Persianermantel nicht mehr soviel Applaus zuteil.

Der neue Pelz-Look wiederholte sich bei Forquet in Rom, der weißen, braunen und schwarzen Persianer fischgrätartig für ein Kostüm zusammensetzte und der zu vertikal verarbeiteten, kragenlosen Nerzmänteln Astronautenkappen aus Goldleder zeigte, die mit einem Nerz-Kinnband gehalten wurden. Dazu goldene Lederstiefel mit langen Schäften. Das heißt: Zu klassischen Pelzen gehören moderne Accessoires.