Cham

Im Augenblick ist er kein Bürger in Uniform, sondern ein dienstenthobener Soldat in Zivil; einer, der noch im Sonntagsanzug einen Hauch von Kaserne verbreitet und auch beim privaten Gespräch Sprechfunk-Redewendungen liebt.

Ob er, der Gefreite Hans-Dieter Raub, sich geändert habe – geändert im Vergleich zu jener Zeit vor zwei Jahren, als er in den Zeitungen der "Schleifer von Nagold" hieß, als er in Calw vor Gericht stand, angeklagt der Rekrutenschinderei?

"Richtig! Der Gefreite Raub," wiederholt Raub, "ist ein anderer geworden."

Geändert hat sich dieser Raub tatsächlich. Er hat sich so geändert, daß nun ein neues Verfahren auf ihn wartet – diesmal nicht wegen Schikane von Untergebenen sondern wegen Aufsässigkeit gegenüber Vorgesetzten und anderer Delikte. Daß auch Scheckbetrug und Sachhehlerei zu den Anklagepunkten gehören, trübt das Bild.

"Aber das streite ich alles entschieden ab", sagt Raub. "Im übrigen: Kein Kommentar. Ich bin Soldat, es handelt sich um ein schwebendes Verfahren, mir ist verboten worden, darüber zu reden!"

Aber über seine Vergangenheit darf er doch sprechen? Raub sieht zwar nicht ein, warum er dies tun soll, aber das Stichwort "Fallschirmjäger" zieht. Gefreiter Raub taut auf. Warum er also überhaupt zur Bundeswehr gekommen sei?