Kurzarbeit bei NSU und bei Fiat, Produktionseinschränkung bei der British Motor Corporation und bei General Motors – in aller Welt kündigt sich ein harter Winter für die Automobilindustrie an. Die deutschen Autohändler sprechen von einer "Normalisierung".

Seit den Sommermonaten sinken in der Bundesrepublik die Zulassungszahlen Im September lagen sie mit 123 722 Autos 2,8 Prozent unter dem Vorjahrswert. Dabei schneiden die Kleinwagen besser ab als die größeren Typen. Opel erlitt bei der Kapitän-Klasse Einbußen bis zu 49 Prozent, Mercedes in der Zwei-Liter-Klasse bis zu einem Drittel.

Beim Volkswagenwerk wie bei NSU heißt es: Wir müssen immer mehr Gebrauchtwagen der Mittelklasse hereinnehmen, besonders im Ruhrgebiet. Die Käufer steigen auf kleinere Wagen mit geringerem Benzinverbrauch um.

Trotz Kurzarbeit ist man bei NSU zuversichtlich. Man rechnet damit, in diesem Jahr erstmalig über 100 000 Wagen zu verkaufen – etwa 13 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Kurzarbeit wurde notwendig, weil die Exporte nach Großbritannien und den Niederlanden fast ausfielen, so daß an das geplante Produktionsziel von 125 000 Autos nicht mehr zu denken war.

Das Volkswagenwerk berichtet noch von steigenden Exporten, hat jedoch nach den Werksferien im Juli keine Sonnabendschichten mehr eingelegt. Im Inland hatte der "Käfer" von Juni bis September Einbußen von 26,1 Prozent.

In Amerika wurden in den ersten zehn Novembertagen fünf Prozent weniger Autos verkauft als im Vorjahr. Daraufhin beschloß General Motors, wie zuvor schon Ford, eine Drosselung der Produktion um 3,7 Prozent im Dezember und um 4,4 Prozent im Januar gegenüber dem Plan. Bei American Motors, Nummer 4 der Autoindustrie, die im letzten Geschäftsjahr 12,6 Millionen Dollar Verlust hatten, hält die Absatzflaute an. hm