Die Pessimisten scheinen nicht recht zu behalten: Der von der Flutkatastrophe angerichtete Schaden dürfte nicht – wie zunächst befürchtet – 1000 Milliarden Lire sondern "nur" 600 bis 700 Milliarden Lire (etwa vier Milliarden Mark) betragen. Die Regierung hat inzwischen durch ein Superdecreto verfügt, daß 500 Milliarden Lire für den Wiederaufbau der verwüsteten Regionen bereitgestellt werden.

Um die Hilfe finanzieren zu können, wurden alle wichtigen Steuern um zehn Prozent erhöht. Diese Maßnahme veranlaßt nun wiederum die Wirtschaft zu scharfer Kritik. Die Unternehmer sehen ihre Gewinnspanne geschmälert und befürchten eine Wiederankurbelung der Inflation.

DieSteuererhöhung ("Wer garantiert, daß Rom sie wirklich in einem Jahr wieder zurücknimmt") hat dem Aktienmarkt in Mailand seinen Ruf als "Glamourbörse" des Jahres 1967 gekostet. Die Kurse (seit Jahresbeginn um gut zehn Prozent gestiegen) sind durch die Hochwasser-Baisse bereits um vier Prozent gefallen. Die Spekulation läßt sich allerdings nicht entmutigen: Sie sucht nach "Wiederaufbauwerten" – etwa Zement-Aktien. Was Zehntausende in Armut gestürzt hat, wird bald für einige zum großen Geschäft werden. mere