Feuilleton

Kunstkalender

Gesellschaft): Mit 31 Jahren ist Konrad Klapheck aus Düsseldorf der jüngste Maler, dem die Ehre 2uteil wurde, in der KeslnerGesellschaft auszustellen.

+ Weitere Artikel anzeigen

DIE ZEIT

Wilson auf großer Fahrt

Der Erfindungsreichtum des politischen Magiers Harold Wilson scheint unerschöpflich zu sein. In dem Augenblick, in dem sich England mitten in einer Wirtschaftskrise seiner Insellage vor den Küsten Europas niederdrückend bewußt wurde, projizierte Wilson das Bild einer besseren Zukunft an die Wand.

Der alte Strauß

Franz Josef Strauß, so hat man in der letzten Zeit immer wieder gehört, sei maßvoll, zurückhaltend geworden. Seit seinem Sturz in der "Spiegel"-Affäre sei er in sich gegangen und habe seinem krachledernen Temperament Zügel angelegt.

Der Worte sind genug gewechselt

Die Politiker in Bonn haben auf die Wahlen in Bayern gewartet wie auf ein Gottesurteil. Von ihm erhofften sie sich Entscheidungshilfe für ihre Koalitionsverhandlungen.

Damit in Bonn etwas passiert...

Thomas Dehler, der große alte Mann des deutschen Liberalismus, sitzt in seiner Klause im Präsidentenflügel des Bundeshauses, umwölkt von Zigarrenrauch und Melancholie.

Bonn verlor einen Prozeß

Zu einer Zeit, als in der Bundesrepublik nochniemand an eine Große Koalition zu denken wagte, existierte bereits so etwas wie ein Kartelldenken der Bonner Parteien.

Er macht dem Kreml Kopfzerbrechen

Als "eigentlicher Gegenspieler Breschnews" machte er letzte Woche wieder Schlagzeilen im Westen. Doch das, was Nicolae Ceausescu beim Parteikongreß in Sofia verkündete, war seinem sowjetischen Kollegen gewiß nicht mehr neu: Die rumänische Forderung nach Unabhängigkeit, Gleichheit, Nichteinmischung, das Pochen auf "das Recht jeder Partei, ihre Politik, ihre revolutionäre Strategie und Taktik selbständig, gemäß den konkreten Gegebenheiten, unter denen sie tätig ist, auszuarbeiten", das Beharren auf Souveränität und Neutralität im sowjetischchinesischen Konflikt.

ZEITSPIEGEL

"In einigen Wochen, wenn er selber sprechen kann, wird die Öffentlichkeit erfahren, wer den Bundeskanzler ohne Schonzeit zu Tode gehetzt hat aus den eigenen Reihen mit zum Teil in Niedersachsen erworbenen Jagdscheinen.

Große Koalition oder nicht?

Keine arithmetischen Schwierigkeiten mehr bei dem Versuch, für die nächste Bundesregierung eine Mehrheit zu finden – gar eine Zweidrittelmehrheit, mit der sich das Grundgesetz nach Bedarf und Gusto ändern ließe.

Bonn nach dem Orakel-Spruch

Hätten die Arrangeure der Bonner Krise vorausgesehen, was sie da in Gang bringen würden und wie wenig auch ihre persönlichen Hoffnungen, von denen sie sich zu dem Intrigenspiel gedrängt fühlten, in Erfüllung gehen würden, sie hätten sich vermutlich mehr Zurückhaltung auferlegt.

Das Meisterstück der CSU

Schon Monate vor den bayerischen Landtagswahlen hatte der CSU-Generalsekretär Anton Jaumann verkündet, er werde am 20. November, dem Wahltag, sein "Meisterstück" liefern.

Wird Bonn überfahren?

Ausgerechnet auf dem Höhepunkt der Bonner Krise muß die Bundesregierung schwierige Verhandlungen führen. In den bevorstehenden deutsch-amerikanisch-britischen Dreiergesprächen über Devisenausgleich, Truppenstärke und Strategie müßte sie eigentlich mit einem durchdachten Konzept aufwarten.

Wasser auf rote Mühlen

Die Bilanz der Schäden ist erschreckend. 112 Menschen wurden getötet, sechs werden noch immer vermißt. 800 000 Hektar fruchtbaren Landes wurden überschwemmt, 16 000 landwirtschaftliche Maschinen beschädigt.

Arabisches Poker

Außenminister Schröder wollte und konnte nicht länger damit hinter dem Berg halten: Die Bundesregierung, so bestätigte er seit langem kursierende Vermutungen, möchte "möglichst bild wieder ein gutes Verhältnis" zu den arabischen Staaten herstellen.

Natascha eroberte Wien

Die Gründe, die Nikolaj Viktorowitsch Podgorny, den Vorsitzenden des Präsidiums des Obersten Sowjet, bewogen haben mögen, seinen ersten Staatsbesuch Österreich abzustatten, sind ebenso ein Geheimnis der Kreml-Diplomatie wie die letzte Wahrheit über die Absage des ursprünglichen Besuchstermins im Oktober.

Der bulgarische Seiltanz

Zerstören heißt: das Wahre herausschälen. Ohne Zerstörung gibt es keinen Aufbau." Mit diesen Sätzen hatte Radio Peking in einer Sendung für die Sowjetunion das Credo der revolutionären Dialektik Chinas zusammengefaßt – am Vorabend des Moskauer Revolutionsfeiertags.

Wer ermordete Kennedy?

Am Abend des 24. November 1963 wurden in Dallas zwei Journalisten in die Wohnung des Nachtklubbesitzers Jack Ruby eingeladen.

Ein Amerikaner als erster auf dem Mond?

Mit dem Raumflug der amerikanischen Astronauten James Lovell und Edwin Aldrin ist die zweite Phase der amerikanischen Vorbereitungen für die Reise zum Mond, das Projekt "Gemini", abgeschlossen worden.

Linksruck im Norden

Die Spekulation des dänischen Ministerpräsidenten Jens Otto Krag auf Neuwahlen ist aufgegangen, allerdings anders, als er es wohl erwartet hatte.

Schrille Töne nach der Treibjagd

Strauß: Die Jagd hat stattgefunden bei stark nebligem Wetter, einem sehr nassen Gelände, aber ich habe diese Stunden hier zumal benutzt, um mich etwas zu erholen, nachdem ich Wochen nur rauchige Versammlungslokale, wenig Schlaf und viel Hetze erlebt habe.

Natascha im Dirndlkleid

Wie ein gütiger Onkel reiste der sowjetische Staatspräsident Nikolai Podgorny durch die österreichischen Lande. Die Österreicher mochten sein leutseliges Wesen und registrierten dankbar, daß sich seine charmante Reisebegleiterin, Tochter Natascha, den Gastgebern sogar in der Kleidung anpaßte.

Von ZEIT zu ZEIT

Die bayerischen Wähler schickten CSU und SPD in fast unveränderter Stärke in den Münchner Landtag. FDP und Bayernpartei Wurden durch die NPD ausdem Parlament des Freistaats Bayern verdrängt.

General Franco bestellt sein Haus

Der 74 Jahre alte spanische Caudillo, Francisco Franco, gab am Dienstag vor den Cortes mehrere verfassungsändernde Gesetze bekannt, die den Weg zu einer "demokratischen Monarchie" in der Nach-Franco-Zeit ebnen sollen.

Namen der Woche

Horst Schumann, unter Adolf Hitler KZ-Arzt, unter Kwame Nkrumah Chefarzt einer staatlichen Klinik in Ghana, wurde nach langem Rechtsstreit an die Bundesrepublik ausgeliefert, wo er sich wegen KZ-Verbrechen zu verantworten hat.

Starfighter für Hussein

Westlich des Jordan, wo Zehntausende von Palästina-Flüchtlingen in bitterer Armut leben, brachen gefährliche Unruhen aus. Agitatoren wiegelten die Bevölkerung gegen die jordanische Regierung auf, die angeblich nicht hart genug gegen die Israelis auftrete.

Ein Staatsmann blickt zurück

Konrad Adenauers zweiter Band – Erinnerungen 1953–1955, Deutsche Verlagsanstalt Stuttgart – handelt von nur drei Jahren, der erste aber von acht; so daß jener noch genauer ins Detail der Konferenzen, der Notenwechsel, der einschlägigen, von ihm selber, von Bundesgenossen, Gegnern, Feinden gehaltenen Reden gehen müßte.

Ulbricht in Bedrängnis

Ostberlin fröstelt, wenn Bonn das politische Fieber schüttelt. Nervös beobachtet die SED die Entwicklung in der Bundesrepublik.

Ein Minister macht sich unbeliebt

Die Kumpel an der Ruhr hatten den Aufstand geprobt, aber er fiel dann doch aus, wegen Regen. Die Polizisten, die um die Engelsburg in Recklinghausen verteilt waren, holten sich nur kalte Füße; zu tun hatten sie nichts.

Acht Kilometer von Narvik

Acht Kilometer von Narvik / an einem Felsen bei Ankenes / endete sein Flug. / In Nörvenich war er gestartet, / Dortmund hört seinen letzten Ruf.

Spiegel des Unbehagens

Der Folksong ist in Deutschland kein zartes Pflänzchen mehr, sondern hat sich längst zu einem manchmal struppigen, manchmal ruppigen Unterholz ausgewachsen, in dem es singt und klingt, wie einst im Biedermeier, als jedermann Lieder und Verse verfaßte.

Diesseits und jenseits: Tote Katze, tote Hasen

Im Kugelhagel sowjetzonaler Grenzposten gelang in der Nacht zum Sonnabend einem jungen Ostberliner die Übersteigung der Mauer zwischen Pankow und Reinickendorf.

"Tote-Mann-Bremse" brachte den Tod

Im Film geht das immer gut aus: Ein Geisterzug jagt über den Schienenstrang der eingleisigen Strecke; aber ehe es dem Publikum im bequemen Polstersessel kalt über den Rücken läuft, greifen kühne Retter ein, wechseln im letzten Augenblick die Fahrtrichtung und bremsen – schweißüberströmt, aber mit eisernen Nerven – das führerlose Ungetüm sicher ab.

Dirnen vor St. Johann

Wer auf Saarbrückens Strich geht, der geht im Kreise: auf Einbahnstraßen mit nächtlichem Halteverbot rund um die Kirche der katholischen Gemeinde St.

Allergisch gegen Dachau

Der alte Mann hält einen Plasticbeutel mit Erde in seinen Händen. Seine Frage, ob das Büro heute, am Totensonntag, geöffnet sei, muß der Museumsdiener verneinen.

FILMTIPS

Bereits besprochen: "Abschied von gestern (Anita G.)", von Alexander Kluge. "Alexander Newskij", von Sergej M. Eisenstein. "Der Glanz des Hauses Amberson", von Orson Welles.

Picasso im Olymp?

Brennt Paris? In diesem Fall: vor Neugierde, ihn zu sehen? Ist er das Gespräch des Tages, seitdem die Regierung, vertreten durch Minister André Malraux, und die Stadt Paris annonciert haben, den 85.

Nicht gerade ein zweiter Sokrates

Der untersetzte Mann im zerdrückten grauen Anzug paßt nicht in seine Umgebung. Das grüne Nylonhemd, der karierte Schlips und die Stoffschuhe bilden einen krassen Gegensatz zur Eleganz der Golfspieler.

NORILSK II

Die Kolonne kam an einem dunklen Septembertag bei fünfzehn Grad Kälte in Norilsk II an. Es waren die Schwachen, Rekonvaleszenten, Kranken.

Mit den Augen eines Jägers

Fellmützen, Schlitten, Iglus, Tran – sehr viel mehr ist es nicht, was einem Mitteleuropäer einfällt, wenn er das Wort "Eskimo" hört.

ZEITMOSAIK

In der Schöpfung ist die Antithese nicht beschlossen. Denn in ihr ist alles widerspruchslos und unvergleichbar..............

Dem fällt bei Glocken manches ein

Wenn sich ein Außenseiter von der alten Generation in den literarischen Kugelwechsel zwischen Reich-Ranicki und Enzensberger einmischen darf, so möchte er im voraus beteuern, daß er den Enzensberger gern hat, auch wo er den Präzeptor spielt.

Jerry Lewis häutet sich

Jerry Lewis wird aller Voraussicht nach nicht das Schicksal von Buster Keaton, Laurel & Hardy oder den Marx Brothers teilen, die fast vierzig Jahre auf ihre Entdeckung beziehungsweise Rehabilitierung warten mußten.

Fernsehen:: Yo so la Muerte

Am Buß- und Bettag wurde von Helmut Greulich in einem Film darüber Klage geführt, daß unsere Gesellschaft dem Tod den Garaus aus dem Konsumparadies gemacht habe: gedankenlos stürben die Leute, ein Tabu sei das Grab, Boschfanfaren stimmten das memento mori an, und wenn es dann ans Ende ginge, werde der Tote bald, unbemerkt von den Nachbarn, in der Dunkelheit aus dem Hause geschafft.

Goethe für junge Menschen

Auf zwei Bühnen sind Neuinszenierungen der "Iphigenie" zu sehen, in denen die Regisseur-Intendanten Gerhard F. Hering (Darmstadt) und Helmut Henrichs (München) junge Menschen durch junge Hauptdarsteller anzusprechen suchen.

Lydia Schierning empfiehlt Schallplatten

Anton Bruckner: Messe e-moll; Gächinger Kantorei, Figuralchor der Gedächtniskirche Stuttgart, Spandauer Kantorei, Bläser des Bach-Collegiums, Stuttgart, Leitung: Helmut Rilling; Bärenreiter-Musicaphon BM 30 SL 1330, 21,– DM.

+ Weitere Artikel anzeigen