Die Konjunktur wird müder, der Arbeitsmarkt entspannter. Und schon grollt bei den plötzlich um ihren Arbeitsplatz bangenden deutschen Arbeitern der Unmut: Ja, die Ausländer, die haben es besser; ihnen kann ja nicht gekündigt werden, da sie Jahresverträge in der Tasche haben.

Stimmt nicht, konterte die Bundesanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung in Nürnberg. Nur 116 000 ausländische Gastarbeiter, also knapp 8 Prozent der 1,3 Millionen, sind – weil erst in den letzten zwölf Monaten angeworben – für ein Jahr vor Kündigung geschützt. Für alle anderen ausländischen Arbeitnehmer gelten die gleichen Kündigungsfristen wie für ihre deutschen Kollegen.

Aber zwei bezeichnende Lichter beleuchten den Wandel am Markt. Die Arbeitsämter sind angewiesen worden, sich erst dann wegen Anwerbungen an das Ausland zu wenden, wenn es auch im regionalen Ausgleich nicht möglich ist, aus dem Inland Arbeitskräfte zu vermitteln. Nicht wenige große Unternehmen schließlich, die ihren Gastarbeitern bislang stillschweigend die Weihnachtsfahrkarte nach Hause bezahlten, sagten diesmal: tut uns leid, bitte selber zahlen. Und wenn deswegen dieser oder jener Auslandsgast im neuen Jahr nicht wieder an seinem Arbeitsplatz in der Bundesrepublik erscheinen sollte, so ist dieses Risiko wohl einkalkuliert. bd