Zugegeben, die Vorderansicht des Skoda 1000 MB ist ein wenig plump. Da fehlt eben der „letzte Pfiff“, den die Konstrukteure und Karosserieschneider der westlichen Welt längst als einen für den Verkaufserfolg wichtigen Faktor berücksichtigen. Der tschechische Wagen hat seinen 48 PS wassergekühlten Motor im Heck, und so hat man vorn einen Gepäckraum geschaffen und dafür die vordere Haube etwas überhöht. Damit wurden gute strömungstechnische Vorteile verspielt.

Nach dem Verbrennungsrauminhalt zählt der Skoda 1000 MB zu den „Kleinwagen“, in seinem Komfort und der Leistung jedoch reicht er nahezu an einen Mittelklassewagen heran. Für den Preis von 4780 Mark ab Werk erhält der Käufer – das ist einmalig – ein Auto mit vier Türen und „Schlafsitzen“. Die Lichtanlage hat 12 Volt. Man erreicht mit dem Wagen, in dem vier bis fünf Personen Platz haben, eine Dauergeschwindigkeit von 125 Stundenkilometer. Weitere Vorteile sind die niedrige Steuer (im Jahr 144 Mark) und die Versicherung in Höhe von 320 Mark jährlich. Dazu kommt der außergewöhnlich geringe Benzinverbrauch von sieben Litern auf 100 Kilometer bei einer Geschwindigkeit von rund 80 Stundenkilometer.

Das Prager Automobilwerk, das vor dem Zweiten Weltkrieg zu den modernsten Europas gehörte, ist heute führend im Ostblock. Die Qualität der Metalle für den Motorenbau, die in den ersten Nachkriegsjahren Anlaß zur Kritik gab, ist wieder erstklassig.