Beim Golf kommt es darauf an, mit Hilfe von maximal vierzehn verschiedenen Schlägern einen Ball von der Größe etwa eines Ping-Pong-Balles mit möglichst wenigen Schlägen in ein Loch von Kaffeetassengröße zu schlagen. Die Minigolfer wissen hier schon Bescheid. Nur erstreckt sich ein Golfplatz sehr im Gegensatz zum Minigolf über eine Fläche von etwa sechzig Hektar. Ein Spieler legt auf einer Runde etwa 6500 m zurück. Jede der achtzehn Spielbahnen eines Golfplatzes mißt vom Abschlag bis zum Grün, der besonders fein geschorenen Rasenfläche um das Loch herum, zwischen etwa 150 bis 500 m. Die achtzehn Spielbahnen oder – in der Golfsprache – jedes Loch hat eine Standard-Bewertung für fehlerfreies Spiel.

Fiete Janssen spielt ruhig und konzentriert. Kleinere zum Schlagverlust führende Fehler können durch gutes kurzes Spiel wieder ausgeglichen werden. Er bringt eine 76, das heißt vier über Standard nach Hause. Das ist eine gute Grundlage für den ersten Tag.

Die Nerven entscheiden

Inzwischen ist es Mittag geworden, denn eine Runde erfordert etwa vier Stunden Fußmarsch. Wie die Schäferhunde umkreisen die Mannschaftskapitäne ihre Spieler, um diesen aufzumuntern, jenen zu loben oder zu ermahnen, um Nachrichten zu signalisieren oder von Brüten über Mißgeschick abzulenken. Nur eines darf der Mannschaftskapitän niemals: Im Spiel selbst Hilfestellung geben, etwa die Richtung zur Fahne anzeigen oder ähnliches.

Es gibt sehr viele und komplizierte Regeln beim Golf, kein Wunder bei den vielen Möglichkeiten. An fünf Stellen des Platzes befinden sich ständig Mitglieder des Regelausschusses, um notfalls sofort entscheiden zu können. Was geschieht zum Beispiel, wenn der Ball im Wassergraben liegt oder an der Platzumzäunung, oder auf einem Maulwurfshügel, oder gar auf dem Dach eines der über den Platz verteilten Erfrischungsstände?

Auch unsere anderen drei Spieler halten sich wacker. Als Bilanz des ersten Tages errechnen wir 224 Schläge, denn Walter Brühne bringt eine 74, und die anderen beiden schaffen jeder die 75. Und siehe da, wir liegen an 7. Stelle noch vor den Favoriten Großbritannien und den USA.

Das hebt natürlich die Stimmung und gibt Selbstvertrauen. Es gibt wohl keinen Sport, bei dem Erfolg und Mißerfolg so unmittelbar von der inneren Verfassung des Spielers abhängen wie Golf.