Vierter Tag: Die gute Gesamtplacierung sichert uns günstige Startzeiten, das heißt nicht zu früh und mit Gegnern, die wir ohnehin zu beobachten haben: Kanada und Neuseeland. Jeder von uns nimmt sich vor, seinen jeweiligen Gegner mit wenigstens einem Schlag zu distanzieren.

Friedrich Janssen zieht als erster los. Er klagt über eine schwere Magenverstimmung, hat kaum geschlafen. Ausgerechnet am letzten Spieltag muß einen von uns die "mexikanische Krankheit" ereilen. Acht Tage Golf, davon vier unter hartem seelischen Druck sind eine rechte Strapaze. Als Janssen am zweiten Loch Standard 5 seinen zweiten Schlag in den Wald verzieht, sieht er, laut eigener Aussage nachher, nur Sternchen; es wird eine 8 aus diesem Schlag. Vorbei die Chance, die großartige Runde des Vortages zu wiederholen.

Als zweiter unserer Mannschaft startet Walter Brühne. Ihn lasse ich seines Weges ziehen, denn er gehört zu jenen Spielern, denen etwaige Fehler nur Ansporn bedeuten. Christian Strenger liegt nach Dreiviertel der Runde gleich mit Standard. Aber dann gibt er am 15. gleich zwei Schläge ab und einen weiteren an dem kurzen 16. Dieses Loch – von uns Strenger-Spezial genannt – kostet Christian und damit uns insgesamt neun Schläge. Aber es ist auch ein schweres Dreierloch und erfordert einen schnurgeraden Schlag über 190 m. Christians 75 bedeutet, das ahnen wir schon, einen Platz unter den ersten zehn Nationen, denn Walter Brühne und Fiete Janssen bringen auch je eine 75 nach Hause.

Bleibt noch Peter Jochums, der fast am Schluß startet und nun die Regieanweisung erhält, aufs Ganze zu gehen. Aber es ist schwer, auf diesem Platz unter 75 zu bleiben, und schließlich sind wir mit Peters 77 durchaus zufrieden.

Um das 18. Grün herum hat sich eine große Zuschauermenge versammelt. Australien ist als Sieger von den nachfolgenden Amerikanern nicht mehr zu schlagen. Der Vorsprung vom ersten Tag war zu groß.

Aber um den dritten Platz wird zwischen Großbritannien und Südafrika heiß gekämpft. Shade, der führende Spieler der Briten und spätere Sieger der Einzelwertung, haut seinen Annäherungsschlag über 80 m 1 m an die Fahne. Man hört keinen Laut unter der großen Zuschauermenge, als er diesen Putt sicher zur 3 verwandelt.

Doch unmittelbar dahinter kommt der Südafrikaner. Seine Annäherung geht 5 in zu weit. Noch könnte ein eingelochter Putt Gleichstand mit Großbritannien bringen. Weich und sehr konzentriert führt der Südafrikaner den Schläger in Richtung des Ziels. Der Ball setzt sich bergab relativ langsam in Bewegung, rollt und rollt und kommt einen Zentimeter vor dem Loch zur Ruhe. Noch eine Umdrehung, und die Briten hätten den 3. Platz mit den Südafrikanern teilen müssen.