Aber auch wenn die Aufsteller verlieren und die Gerichtskosten tragen müssen, zahlt den Löwenanteil der Bürger. Denn angesichts der geringen Streitwerte – manchmal 25 Mark im Monat, manchmal 180 Mark im Jahr – sind die Gerichtskosten sehr gering. Ein finanzieller Ausgleich für die von Richtern und Justizangestellten aufgewendete Zeit können sie deshalb gar nicht sein.

Die Aufsteller wollen nicht nachgeben. Zwar erwirtschaften sie guten Verdienst mit Musikboxen und Tischfußballgeräten, doch wollen sie auch ihre Geldspielgeräte wieder rentabel machen.

Die Gemeinden sehen sich ebenso ungern als Verlierer. "Es geht schließlich ums Gesetz." Gewiß. Und im Falle Gottdorf um einen Streitwert von monatlich 125 Mark – denn in Gelldorf stehen nur fünf Doppelspielgeräte. Trotzdem konnte oder wollte sich die Gemeinde mit ihren Aufstellern nicht darüber einigen, die Steuern bis zum Ende eines Musterprozesses zu stunden. Es wurde prozessiert. Die Kosten des Prozesses um diese fünf Automaten wurden der Gemeinde auferlegt: dem Goldesel Steuerzahler. Bürger – streck dich! H. M.