Bei den Abzahlungsdarlehen wird die Tilgung in Höhe von 4 Prozent des Ursprungskapitals jährlich vorgenommen. Zunächst kommen also 11,5 Prozent aus Berlin zurück. Da aber Jahr für Jahr weniger Geld zu verzinsen ist, nimmt der absolute Zinsertrag ständig ab. In beiden Fällen beträgt die Laufzeit der Darlehen längstens 26 Jahre.

Welcher Darlehensart ist nun der Vorzug zu geben? Der Vorteil des Tilgungsdarlehens liegt darin, daß auf die gesamte Laufzeit der Zinsertrag höher ist als beim Abzahlungsdarlehen. Dafür ist beim letzteren das finanzielle Engagement von kürzerer Dauer, weil man das ursprünglich eingezahlte Geld rascher zurück hat. Das scheint mir im Falle Berlin nicht nur eine Frage der persönlichen Disposition zu sein, daneben spielt hier auch die Bewertung des sogenannten Berlin-Risikos eine Rolle, dessen Beurteilung jedem einzelnen überlassen bleiben muß. Aber da wir gerade bei den Risiken sind, noch ein Wort zur Wohnungsbau-Kreditanstalt Berlin. Sie ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts. Gewährträger ist die Stadt Berlin. Damit ist wohl nach menschlichem Ermessen die "Gewähr" gegeben, daß die aufgenommenen Darlehen auch vertragsgemäß verzinst und getilgt werden. Übrigens werden die Zinsen halbjährlich gezahlt. Man macht also die Unart einiger Emittenten, nur einmal im Jahr die Zinsen auszuzahlen, um ein wenig Zinsertrag auf Kosten der Geldgeber herauszuschinden, nicht mit.

Nun zu einem praktischen Beispiel: Mit einer Zahlung von 950 Mark erwirbt – wie schon eingangs ausgeführt – der Geldgeber eine Darlehensforderung an das Berliner Institut von 1000 Mark, außerdem einen Steuerrückerstattungsanspruch an sein Finanzamt von 190 Mark, allerdings nur unter der Voraussetzung, daß der Darlehensgeber ohne die Ermäßigung ehe Einkommen- oder Lohnsteuer von mindestens 380 Mark zu zahlen hätte. Das ist natürlich bei einem so niedrigen Betrag stets der Fall. Anders bei höheren Summen. Die Ermäßigung der Einkommen(Lohn)steuer oder Körperschaftsteuer darf 50 Prozent der Einkommen- oder Körperschaftsteuer nicht überschreiten, die sich ohne die Ermäßigung ergeben würde.

Nach unserem Beispiel macht das finanzielle Engagement in Berlin also nur 760 Mark aus, dafür bekommt man eine Darlehensforderung von 1000 Mark, die mit 7,5 Prozent verzinst wird. Oder anders ausgedrückt: Man gewährt ein Darlehen mit einem Zinssatz von 7,5 Prozent bei einem Auszahlungskurs von 76 Prozent. Anerkannte Zinstabellen weisen bei diesen Bedingungen einen Effektivzins von fast 12 Prozent aus. Die laufende Verzinsung liegt bei nahe 10 Prozent. Sie unterliegt natürlich der Einkommensteuer, soweit Nebeneinkünfte nicht die Freibeträge überschreiten.

Ihr Securius