Mittelmaß für diese Gruppe ist freilich problematisch. Mädchenbücher sind seit ihrer Erfindung unbefriedigend. So richtet sich die Lesewut der Kinder instinktiv auf die "erwachsenen" Taschenbücher, und damit deutet sich die Problematik für die Eltern an. Die Kinder beginnen, keine mehr zu sein, und ob sie zu Eichendorff oder zum Lore-Roman greifen, ist nur ein gradueller Unterschied. Er zeigt, daß die Eltern wie ganz am Anfang notwendig und unentbehrlich sind. Ohne ihren Einfluß kann sich das Kind in die Irre lesen.

Es ist ohnehin schon dabei, mit den Früchten seiner bisherigen Lese-Erziehung zu leben. Wer die Fülle der Welt – am Ende gar interpretiert – geboten bekommen hat, wird weiter Vergnügen und Kritik zugleich empfinden. Wer um diese Fülle betrogen worden ist, wird weiter den Kitsch nicht nur als Lektüre, sondern als Wahrheit verschlingen.

Mag man beklagen, daß die Jugendliteratur nie ganz zweckfrei betrachtet und benutzt werden kann (was sich im übrigen nur auf den Verbrauch und nicht auf die Herstellung zu beziehen braucht), so nützt es doch nichts, wenn man die Zusammenhänge zwischen Entwicklungsphasen und Lektüre verächtlich übersieht. Man macht es damit den Kindern und jungen Menschen nur unnötig schwer, Leser zu werden.