Wer ermordete Kennedy? – Seite 1

/ Von Karl-Heinz Janßen

Am Abend des 24. November 1963 wurden in Dallas zwei Journalisten in die Wohnung des Nachtklubbesitzers Jack Ruby eingeladen. Ruby, der am Mittag dieses Sonntags Lee Harvey Oswald, den mutmaßlichen Mörder Präsident Kennedys, erschossen hatte, saß zu dieser Zeit bereits im Untersuchungsgefängnis; Gastgeber war an seiner Stelle George Senator, ein mittelloser Vagabund, mit dem Ruby die Wohnung teilte. Senator zitterte vor Angst; er mochte in der Wohnung seines Freundes keine Nacht mehr zubringen. Als die Reporter – Bill Hunter vom "Long Beach Independent Press Telegramm" und Jim Koethe vom "Dallas Times Herald" – die Wohnung des Mörders inspizierten, waren außer Senator noch zwei von Rubys Anwälten zugegen: Jim Martin und Tom Howard.

Niemand hat je erfahren, was die fünf Männer an jenem Abend zu bereden hatten. Drei von Senators Gästen sind inzwischen umgekommen: Der Journalist Bill Hunter wurde am 23. April 1964, als er im Zimmer eines kalifornischen Polizeireviers ein Buch las, von einem Polizisten erschossen, dem angeblich aus Versehen die Pistole losgegangen war. Sein Kollege Jim Koethe wurde am 21. September 1964 mit einem Karate-Schlag getötet, als er aus dem Badezimmer seiner Wohnung kam. Der dritte Gesprächspartner, Rechtsanwalt Howard, starb am 27. März 1965 unter seltsamen Umständen nach einem Herzanfall. Senator verschwand aus Dallas, Ohrenzeuge Martin jedoch kann sich an nichts mehr erinnern...

Der gewaltsame Tod der beiden Reporter mag ein Zufall sein. Aber wie war das mit dem Zeugen Warren Reynolds? Um die Mittagszeit des 22. November 1963, eine Dreiviertelstunde nach dem Attentat auf Kennedy, war in Dallas der Streifenpolizist J. D. Tippit in seinem Wagen erschossen worden. Reynolds hatte den Täter einen Häuserblock weit verfolgt. Als er im Januar 1964 vom FBI verhört wurde, vermochte er jedoch Lee Oswald, dem der Mord an Tippit ebenfalls angelastet wurde, nicht als Täter zu identifizieren. Zwei Tage später erhielt Reynolds in der Dunkelheit einen Kopfschuß. Als Tatverdächtiger wurde ein Mann namens Darrell Wayne Garner verhaftet, der bald wieder freigesetzt werden mußte, nachdem Nancy Jane Mooney, eine ehemalige Strip-tease-Tänzerin aus Rubys Nachtlokal, ihm ein Alibi ausgestellt hatte. Acht Tage später wurde sie selber wegen Hausfriedensbruchs ins Gefängnis eingeliefert – sie hatte sich mit ihrem Zimmergenossen gestritten. Nach zwei Stunden fand man sie erhängt in ihrer Zelle auf. "Selbstmord" – heißt es lakonisch im Polizeibericht.

Zeuge Reynolds, wieder genesen, fürchtete weiter um sein Leben; kurz nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus versuchte jemand, seine zehnjährige Tochter zu entführen. Er wurde den Verdacht nicht los, diese Zwischenfälle hingen mit seiner Aussage vor der Polizei zusammen. Sollte er auf diese Weise zu einem Widerruf "ermuntert" werden? Als Reynolds im Juli 1964 von einem Mitarbeiter der Warren-Kommission vernommen wurde, glaubte er auf Photographien nun doch Oswald als den Mörder Tippits wiederzuerkennen.

Eine Kugel – zwei Verletzte

Und was war mit jenem Taximörder, der – will man seiner Eintragung ins Fahrtenbuch trauen – Oswald zu einer Zeit beförderte, als dieser gerade mit dem Gewehr auf Kennedy gezielt haben soll? Sicher war es ein Zufall, daß er später einem Verkehrsunfall zum Opfer fiel. Aber jener Lee Bowers, der von einem Bahnwärterhäuschen vor und während des Anschlags auf Kennedy merkwürdige Dinge beobachtete – wurde auch er nur zufällig bei einem Autozusammenstoß getötet?

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Mehr als zehn Zeugen, die seinerzeit mit Oswald oder Ruby Kontakt hatten, sind nicht mehr am Leben. Den vielen Bestseller-Autoren, die sich bisher an der Affäre von Dallas versuchten, haben diese mysteriösen Todesfälle Stoff genug gegeben, um ihre phantastischen Verschwörergeschichten auszuspinnen. Die ständige Flut von Publikationen über die Ermordung Kennedys hat es aber vermocht, daß heute drei Fünftel des amerikanischen Volkes nicht mehr an die Untersuchungsergebnisse der Warren-Kommission glauben, die im Auftrage Präsident Johnsons die Hintergründe der Tat von Dallas aufklären sollte. Die Mehrheit der Amerikaner ist nicht länger überzeugt, daß Kennedy von einem Einzelgänger erschossen wurde.

Präsident Johnson, der oberste Bundesrichter Earl Warren (Leiter der Kommission) und die gesamte Familie Kennedy halten, unbeirrt durch alle Kritik, weiterhin an Oswald als dem Attentäter fest: Ihm wurde eine Reihe von Tatmotiven unterstellt: Abneigung gegen jede Autorität, Kontaktarmut, Ruhmsucht, Hang zur Gewalttätigkeit, sein "Killer"-Instinkt. All das klang plausibel in den Ohren der Amerikaner, die mit Freud auf du und du stehen.

Dennoch – die Zweifel wollen nicht verstummen, seit in diesem Jahr zwei Bücher erschienen sind, in denen die bisher seriöseste Kritik am Warren-Report enthalten ist: Edward Jay Epsteins "Inquest", das jetzt in Deutschland bei S. Fischer unter dem Titel "Im Kreuzverhör" erscheint, und Mark Lanes "Rush to Jugdment".

Rechtsanwalt Lane war kurz nach dem dreifachen Mord in Dallas von der Mutter Oswalds gebeten worden, die Ehre ihres toten Sohnes zu schützen. Er wurde auch vor die Warren-Kommission geladen, mit der er sich jedoch bald überwarf (Warren bezichtigte ihn der Lüge). Sein Rat war nicht gefragt, weil die Kommission keinen regulären Prozeß mit Anklage und Verteidigung führen wollte. Lanes Buch ist das Plädoyer eines tüchtigen Strafverteidigers, mit allen Vorzügen und Schwächen. Dem Leser werden gelinde Zweifel kommen, ob das Belastungsmaterial, das die Polizei und die Warren-Kommission gegen Oswald zusammengetragen haben, je zu seiner Verurteilung ausgereicht haben würde. Freilich trüben Einseitigkeit und Spitzfindigkeit des Anwalts den Gesamteindruck; weit seriöser wirkt daneben die Fleißarbeit des 30jährigen Harvard-Doktoranden Epstein, der auszog, die Arbeitsmethoden einer Regierungskommission zu erforschen, die unter ungewöhnlichen, einzigartigen Bedingungen einen politischen Mordfall klären sollte. Unter der Hand gedieh ihm das Buch zu einer Anklageschrift gegen die Warren-Kommission. Seine Vorwürfe gipfeln in der Behauptung, die Kommission habe wichtiges Beweismaterial ignoriert oder bagatellisiert oder sogar unterdrückt, um ihre These vom Einzelmörder Oswald nicht in Frage zu stellen.

Epstein, der viele Mitglieder der Kommission und ihres Stabes interviewte, fand heraus, daß diese These in der Kommission selber umstritten war. Sie stand und fiel mit der Annahme, daß Präsident Kennedy und der vor ihm sitzende Gouverneur John Connally von derselben Kugel getroffen wurden. "Zu behaupten, daß sie von mehr als einer Kugel getroffen wurden, wäre gleichbedeutend mit der Behauptung, es habe zwei Attentäter gegeben", sagte einer der Kommissionsanwälte ohne Umschweife.

Mindestens drei Schüsse waren an jenem schwarzen Freitag an der Elm Street gefallen. Aus dem Filmstreifen eines Amateurphotographen ließ sich auf die Sekunde genau ablesen, wann Kennedy und Connally, von Kugeln getroffen, zusammenzuckten, nämlich mit einer Phasenverschiebung von 1,8 Sekunden. Nach Angaben des FBI brauchte der Mordschütze zum Durchladen und Neuanvisieren jedoch mindestens 2,3 Sekunden. Gab es nur einen Schützen, mußte also die erste Kugel nacheinander Kennedys Hals und Connallys Brustkorb und Handgelenk durchschlagen haben und in Connallys Oberschenkel steckengeblieben sein. Die zweite Kugel ging offensichtlich fehl, die dritte traf Kennedy am Hinterkopf und führte seinen Tod herbei.

Dieser Hypothese standen schwerwiegende Argumente entgegen: Alle Ärzte und Assistenten, die Kennedy nach dem Attentat behandelten, hatten zunächst angenommen, das Loch am Kehlkopf, das durch einen Luftröhrenschnitt erweitert werden mußte, sei eine Einschlagwunde gewesen. In einem ersten Bericht des FBI wurde behauptet, die erste Kugel sei unterhalb der Schulter in den Körper eingetreten; vielleicht, so wurde gefolgert, sei sie hernach auf die Bahre Kennedys gefallen. In der Tat wurde eine kaum eingedrückte Kugel gefunden, von der es dann später hieß, sie müsse von Connallys Bahre stammen – andernfalls wäre die Hypothese nicht zu halten gewesen.

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Aber konnte eine Kugel, die mehrere Knochen und zwei Körper durchschlagen hatte, so wenig beschädigt sein? Schußwaffenexperten sagen, theoretisch sei dies möglich, da die Kugel auf ihrer Bahn an Geschwindigkeit verliere, sich während des Fluges drehe und überdies die Beschaffenheit des Knochens den Durchschlag erleichtern könne. Die wundballistischen Versuche, die im Auftrag der Warren-Kommission angestellt wurden, ließen jedoch viele Möglichkeiten offen.

"Keine Bananenrepublik"

Beinahe unglaublich ist es, daß sich die Kommission – ihrer Hypothese zuliebe – auch über das Zeugnis Connallys hinwegsetzte, der bis zum heutigen Tage fest davon überzeugt ist, daß er einen zweiten Schuß gehört habe, ehe er getroffen wurde. Er hat sich nach dem ersten Knall sogar noch zu Kennedy umgedreht. Die Ärzte halten jedoch eine verspätete Schmerzreaktion für denkbar.

Nichtsdestoweniger weigerten sich zunächst der angesehene Senator Richard Russell und zwei andere Mitglieder der Warren-Kommission, einen Bericht zu unterzeichnen, der auf der Ein-Geschoß-Therapie basierte. Auf Betreiben John Mc Cloys, des ehemaligen Hochkommissars in Deutschland, begann nun die "Schlacht der Adjektive". Die Anhänger der Ein-Geschoß-These wollten feststellen, es gebe "zwingende Beweise", ihre Gegner wollten nur "glaubhafte Beweise" zulassen. Zuletzt einigte man sich auf das Kompromiß-Adjektiv "überzeugend" – und erwähnte "Meinungsverschiedenheiten".

Report-Analytiker Epstein blieb dennoch argwöhnisch, weil die Warren-Kommission (leichtfertig oder aus Gründen des Taktes) darauf verzichtet hatte, sich die Bilder von der Obduktion und die Röntgenaufnahmen von der Leiche Kennedys vorlegen zu lassen. Diese Bilder schienen bis vor wenigen Wochen unauffindbar. Wurde hier etwa – wie Epstein unterstellte – aus politischen Gründen die Wahrheit unterdrückt? Die Familie Kennedy setzte nun den Verdächtigungen ein Ende, als sie das Bildmaterial dem Nationalarchiv aushändigte – allerdings mit der Auflage, es noch auf Jahre hinaus der Allgemeinheit vorzuenthalten. Zwei der Obduktionsärzte aus Dallas identifizierten die Bilder und verglichen sie mit ihren eigenen Skizzen. Ihr Befund: Die Hypothese vom ersten Schuß stimmt; Sofort gab Epstein freimütig damit sei sein Haupteinwand entkräftet – vorausgesetzt, die Ärzte hätten sich nicht geirrt.

Aber die Verteidiger des Warren-Reports frohlockten allzu früh, als sie meinten, nun könne es keine ernsthafte Kritik mehr geben. Soeben hat sogar die angesehene Illustrierte "Life" eine neue Untersuchung des Mordes an Kennedy gefordert, da "begründete Zweifel" an der These von der Alleintäterschaft Oswalds bestehen. Zuvor hatten schon Politiker, Geistliche, Juristen und Publizisten in den USA und in England vorgeschlagen, eine neue Kommission solle objektiv und frei von Zeitdruck das Beweismaterial nochmals prüfen und auch jene Zeugen hören, die der Verteidiger Lane benannt hat.

Wie Epstein nachweist, hat die Warren-Kommission "keineswegs erschöpfend oder auch nur gründlich" gearbeitet. Ihre Mitglieder waren beruflich so überlastet, daß sie die Arbeit an einen Stab angesehener und daher überbeschäftigter Anwälte delegieren mußten, die wiederum alle Arbeit auf ein paar Schultern abluden. Sie waren hin- und hergerissen zwischen der juristischen Pflicht, die Wahrheit zu ergründen, und dem politischen Gebot, die Nation zu beruhigen und das Prestige der USA zu wahren. Allzu eng hielt sich die Kommission an den Leitsatz McCloys, daß es überaus wichtig sei, der "Welt zu zeigen, daß Amerika keine Bananenrepublik ist, in der sich ein Regierungswechsel durch eine Verschwörung vollziehen kann", oder – wie es Senator Sherman Cooper sagte – "den Nebel des Zweifels, der sich über die staatlichen Einrichtungen gebreitet habe, zu vertreiben".

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Aber der Nebel hat sich kaum gelichtet. Viele Fragen blieben offen. Wurden wirklich alle Schüsse aus dem Lagerhaus abgefeuert? 58 von 90 befragten Augenzeugen behaupteten, die Kolonne des Präsidenten sei von vorn beschossen worden, aus der Richtung einer Rasenböschung, die mit Bäumen und einer Einfriedung begrenzt war. Sie könnten durch das Echo irregeführt worden sein, aber fünf Zeugen, die auf einer Überführung in der Nähe standen, sahen bei der Böschung Pulverqualm aufsteigen. Einige bemerkten verdächtige Spuren auf einem Autoparkplatz unmittelbar hinter der Böschung; eine Frau sah dort einen Mann davonrennen, der eine große Ähnlichkeit mit Jack Ruby hatte; eine andere Zeugin bemerkte etliche Stunden vor dem Attentat, wie vor der Böschung, im Angesicht einiger Polizisten, zwei Männer aus einem falsch parkenden Auto eine Gewehrtasche holten und hinaufschleppten. Von der Kommission übergangen wurde die Aussage einer Frau, die im Schußfenster des Lagerhauses noch einen zweiten Mann gesehen haben wollte.

Gab es einen Doppelgänger

Warum konnte der Kronzeuge Brennan, der – auf einer Mauer sitzend – den Schützen im sechsten Stockwerk beobachtete und der Polizei sofort eine genaue Beschreibung des Täters gab. Stunden später Oswald nicht mehr identifizieren? Warum stützte die Warren-Kommission ihre Behauptung, Oswald habe auch den Polizisten Tippit umgebracht, hauptsächlich auf die Aussage einer leicht hysterischen Frau, die sich in immer neue Widersprüche verwickelte? Vergebens warnte einer der Kommissionsanwälte, das Zeugnis dieser Frau "spiele Mark Lane in die Hände".

Wieso bezeichneten mehrere Polizisten das Mordgewehr zunächst als eine deutsche Mauser, obwohl deutlich "Made Italy" aufgedruckt war? Warum ertönte gerade in dem Moment eine Autohupe, als Oswald am 24. November aus dem Polizeigefängnis geführt wurde, und dann noch einmal, bevor Ruby seinen Revolver zückte?

Warum wurden Rubys Beziehungen zu bewaffneten Exilkubanern nicht gründlicher untersucht? Stimmt Mark Lanes Information – sie wurde nur oberflächlich geprüft –, daß eine Woche vor Kennedys Besuch Ruby in seinem Lokal zwei Stunden lang mit dem Polizisten Tippit und einem Anti-Liberalen namens Weissmann im ernsten Gespräch zusammenhockte, jenem Weissmann, der am Tage des Präsidentenbesuches in einer Morgenzeitung von Dallas ein schwarzumrandetes Pamphlet gegen Kennedy veröffentlichte?

Oswald und sein Gewehr sind von der Affäre nicht zu trennen, das bezweifeln selbst die Gegner des Warren-Reports nicht mehr. Aber wurde er vielleicht nur mißbraucht und dann zum Schweigen gebracht? Wurde er vorgeschoben? Gab es einen Doppelgänger? Stand im sechsten Stock des Lagerhauses noch ein zweiter Schütze oder Komplice? Sollte Oswald nur vom wahren Täter ablenken? Wurde Kennedy in ein Kreuzfeuer genommen – zwischen Warenhaus und Böschung (nach diesem Prinzip arbeiteten zum Beispiel die OAS-Attentäter bei Anschlägen gegen de Gaulle) Oder hat der Engländer Cyril Connolly mit seiner Vermutung recht, daß gleichzeitig Zwei Mordanschläge verübt wurden, die überhaupt. keine Beziehung zueinander hatten? Oder war es die Tat zweier neurotischer Einzelgänger, die zusammenfanden wie die beiden Burschen in Truman Capotes "Cold Blood"?

Präsident Johnson glaubte zunächst an die Existenz einer kubanischen oder rechtsradikalen Verschwörung gegen den Staat. Im Laufe der letzten Jahre sind die ausgefallensten Theorien erwogen worden: bald steckte der Kreml dahinter oder Fidel Castro (die sich für die Raketenschlappe im Herbst 1962 rächen wollten), oder Exilkubaner (die das Fiasko in der Schweinebucht heimzahlen wollten), bald waren es die John Birch Society und die texanischen Ölbarone, denen Kennedys liberale und negerfreundliche Politik nicht paßte, mal finstere Verschwörer unter den Militärs und im CIA. Es fehlte nicht einmal die unglaubliche Unterstellung, Johnson habe seine Hand im Spiel gehabt.

Die Warren-Kommission war gut beraten, derartigen Gerüchten mit äußerster Skepsis zu begegnen. "Ein klarer Hinweis der Kommission, daß wesentliches Beweismaterial auf die Anwesenheit eines zweiten Attentäters deutete, hätte eine Büchse der Pandora, voll von Zweifeln und Argwohn, geöffnet", muß selbst Jay Epstein am Ende seiner Untersuchung einräumen. Alle neuen Theorien und Details, die in den letzten Wochen bekannt wurden, lassen den Schluß zu, daß sich eine neue Untersuchungskommission, selbst wenn sie unvoreingenommener ans Werk ginge als die Warren-Kommission, schwerlich einen zweiten Attentäter präsentieren könnte.