Die Luftverschmutzung durch Autoabgase ruft möglicherweise Regenfälle hervor.

Diese Vermutung äußerte Dr. Vincent J. Schaefer, der Direktor des Forschungszentrums für Atmosphärische Wissenschaften an der New Yorker Staatsuniversität. Schaefer ist ein Pionier auf dem Gebiet der künstlichen Wetterbeeinflussung. Vor 20 Jahren entdeckte, er die Möglichkeit, durch „Aussäen“ von Trockeneis Wolken zum Abregnen zu bringen.

„Die Partikel des dem Benzin als Anti-Klopf-Mittel beigegebenen Bleis“, erklärte der Forscher, „vereinigen sich mit dem in der Atmosphäre enthaltenen Jod zu Kondensationskernen der Luftfeuchtigkeit. So kommt es zu Niederschlägen. Jod gelangt auf verschiedenen Wegen in die Luft, zum Beispiel als Ausdünstungsprodukt der Wälder, durch Verbrennung von Kohle, Öl und Naturgas.“

Dr. Schaefer betont ausdrücklich, daß diese Theorie noch in weiteren Experimenten geprüft werden müsse. Sollte sich jedoch hierbei ein bestätigendes Ergebnis herausstellen, dann könnte in verkehrsreichen Gegenden das „Regenmachen“ wesentlich vereinfacht werden: Man brauchte die Wolken nur noch mit Jod zu berieseln, um Niederschläge zu erzeugen. V. G.