Roland Friedrich Messner ist seit dem 20. November bayerischer Landtagsabgeordneter der CSU. Auf die Frage, was er von den Erfolgen der NPD halte, fand er die verblüffende Antwort: „Wenn Kurt Georg Kiesinger zwölf Jahre in der NSDAP war, dann dürfen wir es einem NPD-Mann auch nicht verübeln, wenn er einige Jahre dieser Partei angehörte oder vorübergehend in der Waffen-SS war. Wir haben es ja auch aufgegeben, in der Vergangenheit von Willy Brandt herumzuwühlen.“

Welch einleuchtender Vergleich, welch versöhnliche Note: Endlich ist die CSU bereit, einen Schlußstrich zu ziehen. Endlich hat die fanatische Schnüffelei ein Ende. Parteimitgliedschaft vergessen, Emigration vergeben – so schafft die ausgleichende Gerechtigkeit ein festes Fundament für die Große Koalition.

Hinter Messners Ausspruch verbirgt sich freilich ein politischer Plan: Der Tutzinger Parlamentarier möchte einzelne NPD-Abgeordnete zur CSU hinüberziehen. Er meint, dort sei ihre wahre politische Heimat. Th. U.