Der italienische Chemiker Giulio Natta, der 1963 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde, hat nach eigenen Angaben einen neuartigen „Lichtmotor“ erfunden. Natta berichtete im italienischen Fernsehen über seine Entwicklung, die eine Möglichkeit zur Nutzung des Sonnenlichtes und damit eine billige Energiequelle erschließen könnte.

Der Natta-Motor verwendet eine von dem Wissenschaftler selbst entwickelte und „Polibutadien 1,4 Trans.“ benannte Kunstfaser, die sich stark zusammenzieht, wenn sie einer Wärme von 76 Grad Celsius ausgesetzt wird. Die Pleuelstangen eines konzentrisch gelagerten Schwungrades sind mit insgesamt vier Strängen der hitzeempfindlichen Faser verbunden. Richtet man den Strahl einer lichtstarken Lampe auf einen der vier Faserstränge, dann zieht sich die Faser zusammen, und die mit ihr verbundene Pleuelstange bewegt das Schwungrad weiter. Der Faserstrang dehnt sich nach Verlassen des Lichtstrahls auf seine normale Länge aus. Im gleichen Augenblick tritt aber der nächste Faserstrang in den Lichtstrahl ein, und der Vorgang wiederholt sich, so daß das Schwungrad, solange die Lampe brennt, in ständiger Umdrehung bleibt. A. P.