t., Hamburg

Heinrich Heine, auf Hamburg mal gut, mal schlecht zu sprechen, notierte in einem Anfall von Überschwang: „Hamburg ist die beste Republik. Seine Sitten sind englisch, und sein Essen ist himmlisch.“ Christian Ferber, ein über die Stadttore hinaus bekannter Feinschmecker, hat das Heine-Nachtischwort als Motto vor 66 von ihm gesammelte und herausgegebene Betrachtungen gestellt, in denen zwar die Vokabel „himmlisch“ nicht mehr auftaucht, die aber doch zeigen, daß an Alster und Elbe nach wie vor gut gekocht wird. In einer Art von Eß- und Schreibkonkurrenz haben sich jetzt also die Hamburger Autoren, Journalisten meist, zu Wort gemeldet: „Hamburg, wie es schreibt & ißt“ heißt das mit 70 Zeichnungen von Renate Schwarz in buntem Einband wohlangerichtete Buch (Verlag Georg von Hatzfeld, München; 240 Seiten, 16,50 DM). Voraufgegangen sind „München, wie es schreibt & ißt“ und dito Stuttgart. Es folgen Berlin, Köln, Düsseldorf, Frankfurt am Main und dann Wien und Zürich.

Auch in einer solchen lukullischen Topographie bleibt Hamburg mit seinen Hochburgen der Tafelfreuden und den Höhlen Appetit anregender Lebenslust, mit berühmten, bekannten und allerlei ausgefallenen Lokalen für Bürger und Schauermänner und nicht zuletzt mit den Gerüchen exotischer Küchen, die seit Jahrzehnten vom Hafen her in die City wehen, ein durchaus markanter Ort. Sie speisen gut, die Hamburger. Wie sie schreiben, wäre Anlaß zu einer Rezension. Die aber verbietet sich angesichts der vielen Tinten-Köche, von denen dann der eine die anderen beurteilen müßte, wobei Futterneid vielleicht nicht ausgeschlossen wäre. So sei dies Anpreisung genug: Viele haben über ihr Lieblingslokal sehr schön geschrieben; und alle haben gut gegessen...