Vizeluftmarschall J. E. Johnson: Jagd am Himmel. Asse, Flieger, Maschinen. List Verlag, München. 306 Seiten, 46 Abbildungen, 24.– DM.

Mit 38 Abschüssen war J. E. Johnson im Zweiten Weltkrieg der erfolgreichste alliierte Tagjäger im Westen; ein „As“ also war er. Als Autor freilich ist er weniger treffsicher. Seine Geschichte der Jagdfliegerei von den Weltkrieg-Eins-Anfängen bis zur Kurbelei von Migs und Sabres über Korea ist gleichsam mit Vollgas geschrieben; aber ziemlich oft gibt es Fehlzündungen. Allerlei Behauptungen und Urteile Johnsons müssen in der deutschen Ausgabe durch Fußnoten korrigiert oder gar widerlegt werden. Eine britische Zeitung („Sunday Chronicle“) hat das Buch ein „definitives Werk über die gesamte Geschichte des Luftkriegs“ genannt. Nonsens. Das Buch ist nicht genau und nicht kritisch und hat daher mit Geschichtsschreibung wenig zu tun. Aber es steckt doch voller aufschlußreicher Details, ist in seiner stockbritischen Perspektive für den deutschen Leser reizvoll und verhehlt nicht Erfahrung und Erlebnis des Autors. Es ist das Halali eines alten Jägers. rst.