Nach zwei Jahren läßt die Labour-Regierung eine dirigistische Maßnahme wieder fallen, die bei ihrer Einführung viel böses Blut gemacht hat. Am 1. Dezember fällt der Sonderzoll auf alle Importgüter außer Nahrungsmittel und Rohstoffe, der zunächst 15 Prozent, seit April dieses Jahres noch zehn Prozent betragen hatte.

Diese Sünde wider den Geist des freien Welthandels hat England wenig Freude gebracht. Viele Freunde wurden vor den Kopf gestoßen, und statt der erwarteten 300 Millionen Pfund jährlich brachte der Sonderzoll für die Zahlungsbilanz nur eine Entlastung von etwa 200 Millionen Pfund in 25 Monaten.

Das müssen die Engländer mit sich selbst ausmachen. Es bleibt fraglich, ob der Preis für diese Korrektur der Zahlungsbilanz, die im übrigen im ersten Halbjahr 1966 wieder mit einem Fehlbetrag von fast 200 Millionen Pfund schloß, nicht zu hoch war. Mit Sicherheit zeigt die Affäre Sonderzoll jedoch eins: Strukturellen und konjunkturellen Schwierigkeiten ist mit dirigistischen Maßnahmen auf Kosten anderer nicht beizukommen. Die andauernde Kalamität des Pfundes, die steigende Arbeitslosigkeit und das bald chronische Defizit in Englands Zahlungsbilanz beweisen es. mh.