Die Nationale Befreiungsfront in Südvietnam (Vietcong) hat den Amerikanern und ihren Alliierten zu Weihnachten und Neujahr eine Waffenruhe von jeweils 48 Stunden angeboten. Das Echo in Washington und Saigon war zunächst derart zurückhaltend, daß sich Papst Paul VI. nicht entschließen konnte, dem Angebot sofort einen Friedensappell folgen zu lassen.

Damals ging der Appell zur Waffenruhe von Amerikanern und den Südvietnamesen aus. Sie hatten die Waffenruhe vom Heiligen Abend an auf 30 Stunden festgesetzt, während sich die Vietcongs an eine eigene 12stündige Waffenruhe hielten. Zusätzlich hatten die Amerikaner dann ihre Bombenangriffe von Weihnachten bis Silvester eingestellt und diese Bombenpause schließlich auf 37 Tage verlängert.

Seinerzeit hatten amerikanische Militärs die Länge dieser Pause kritisiert, weil der Feind dadurch Gelegenheit erhalten habe, in erheblichem Umfang Soldaten und Material von Norden nach Süden zu transportieren. Erst jetzt wurde bekannt, daß während jener 37 Tage nur 500 Soldaten aus Nordvietnam nach Süden marschierten – (Monatsdurchschnitt: 1500). Die Berater Johnsons befürchten, die Waffenruhe solle nur ein Vorwand sein, um die Amerikaner abermals zu einer längeren Bombardierungspause zu zwingen. Außenminister Rusk hat diesen Gedanken bereits verworfen, weil er nicht in das neue amerikanische Konzept hineinpaßt, die Kriegsanstrengungen nur dann zu vermindern, wenn auch die Gegenseite zurücksteckt.

Die „New York Times“ resignierte:

„Der Festtagswaffenstillstand wird der Auftakt zu einem weiteren vollen Kriegsjahr sein. Washington, Hanoi und Peking wollen es so.“