Der Vietnam-Krieg ist schuld, daß einige Luft-Verkehrsgesellschaften auf ihre neuen Jets warten müssen. Die amerikanische Flugzeugindustrie ist nicht mehr in der Lage, die vorliegenden Aufträge fristgerecht zu erfüllen. Die Liefertermine haben sich um etwa drei Monate verschoben.

Allein die beiden Firmen Douglas und Boeing hatten am 1. November zusammen 1100 Düsenflugzeuge in den Orderbüchern; Douglas ist mit 29, Boeing mit 36 Maschinen in Verzug. Der Engpaß ist die Triebwerksproduktion, da beispielweise Prat and Whitney militärische Aufträge den zivilen Orders vorziehen.

Boeing hat Bestellungen auf 172 Flugzeuge der Typen 707 und 720 und 232 vom Typ 727. Von dem Kurzstreckenflugzeug 737 sind 124 Stück bestellt – die ersten sollen im nächsten Jahr geliefert werden – und von den Giganten 747, die etwa 1969 fliegen sollen, bereits 81 Stück.

Douglas hat noch Bestellungen auf 161 Flugzeuge der Typen DC 8 und DC 81 vorliegen und 343 Orders des Kurzstrecken-Jets DC 9.

Der Auftragswert wird von Boeing mit 4,9 Milliarden Dollar, von Douglas mit 3,2 Milliarden Dollar angegeben. Für die deutsche Flugzeugindustrie, die mit 40 000 Beschäftigten im Jahr rund eine Milliarde Mark umsetzt, könnte der Kapazitätsmangel in den USA Chancen bringen, zumal amerikanische Firmen bei deutschen Unternehmen engagiert sind. hm