Kunst hat mit Geschmack nichts zu tun, Kunst ist nicht da, daß man sie „schmecke“.

Max Ernst

Groß verdient

Das große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhielt Dr. Ernst Hauswedell, Antiquar, Verleger und Auktionator, Inhaber zahlreicher Ehrenämter im Kunst- und Buchwesen. Die Auszeichnung wurde ihm verliehen, nachdem er tags zuvor seine 150. Versteigerung erfolgreich hinter sich gebracht hatte. Entgegen pessimistischen Prognosen hatte die Versteigerung moderner Graphik sehr gute Ergebnisse, speziell für Beckmann und die Kollwitz wurden Rekordpreise bezahlt, die zum erstenmal die 5000-Mark-Grenze überschritten.

Kritiker geht fremd

Hotchners Hemingway-Buch wird im „Rheinischen Merkur“ von Rainer Fabian besprochen, der sich schon oft in Rezensionen und Reportagen als ein Mann von Geist und von Welt erwiesen hat. Geistreich und bitter beginnt seine Kritik mit einem Knalleffekt: „Er (Hotchner) hat... Hemingway dazu bewogen, für eine gewisse Whiskymarke Modell zu stehen, für einen harten Whisky selbstverständlich ... Schauplatz: eine Bar in Havanna... Der Barmixer (erzählt Hotchner) stellte zwei Daiquiris vor uns hin ...“ Und das soll nun der „harte“ Whisky sein, „selbstverständlich“. Weniger verständlich anderen, Rainer Fabian eingeschlossen. Denn weder ist ja Daiquiri ein „harter“ Whisky noch eben überhaupt ein Whisky oder gar „eine gewisse Whiskymarke“. Whisky wäre – das hätte den Weltmann warnen sollen – in Kuba ein kostspieliger Luxus. Dort trinkt man in Bars mit Vorliebe den heimischen weißen Rum; mit Zitrone zu einem Cocktail gemixt, heißt er Daiquiri. Das muß man nicht wissen. Aber muß man dann aus seiner Ignoranz einen so großen Bums machen?

Stumpfsinnig und miserabel