Dorothy Pickles: The Uneasy Entente. Chatham House Essays, Oxford University Press. 180 Seiten, 12/6 d

Dieses grundgescheite, nüchtern und in einem sympathisch „hellen“ Stil geschriebene Buch über „französische Außenpolitik und französischbritische Mißverständnisse“ legt dar, daß Charles de Gaulle, der „Mann von vorgestern und übermorgen“, noch mehr Frankreich verkörpert als Wahlzahlen besagen: Die Verfasserin zitiert Dean Acheson, der gesagt hat, Großbritannien habe einen Weltkrieg verloren und noch keine Rolle gefunden. Nun, so meint sie, Frankreich hat unter de Gaulle seine Rolle gefunden. Die Stimme Frankreichs wird gehört in der Welt; das gefällt den Franzosen, und das werden sie fortsetzen wollen, auch wenn de Gaulle kein Staatsoberhaupt mehr ist.

Sicher würden sich unter einem neuen Manne Ton und Stil der französischen Politik ändern; es wird etwa für Großbritannien leichter sein, mit Frankreich zu sprechen. Aber dieser Vorteil würde vermutlich dadurch aufgehoben, daß es schwerer sein würde, Paris zu klaren Entscheidungen zu bringen. Das entscheidend Wesentliche aber wäre, daß die Grundmelodie bliebe: „Frankreich, Frankreich, Frankreich.“ Der Schluß liegt nahe: Großbritannien würde es vermutlich ebenso schwer haben, von einem nichtgaullistischen Frankreich die Erlaubnis zu erhalten, in die europäische Gemeinschaft einzutreten, wie gegenwärtig von dem General. H. H.