In der neuen Bundesregierung sind zum ersten Male seit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland CDU/CSU und SPD gemeinsam vertreten. In der Vergangenheit gingen die Ansichten profilierter Vertreter beider Parteien zu wichtigen Grundsätzen der Wirtschafts- und Finanzpolitik oft weit auseinander. Das birgt möglicherweise Konfliktstoffe für die zukünftige Zusammenarbeit in sich. Wir haben Zitate des neuen Wirtschaftsministers Schiller, des neuen Finanzministers Strauß und der neutralen Sachverständigen einander gegenübergestellt.

Zur Konjunktur

Gutachter: Betont man das Ziel eines angemessenen Wachstums, so erscheint es dringend an der Zeit, die Weichen der Wirtschaftspolitik auf Expansion zu stellen... Das Gelingen einer solchen kontrollierten Expansion steht und fällt mit der Möglichkeit, das Preisniveau und die Lohnentwicklung wirksam zu beeinflussen.

Schiller: Es muß ein neuer wirtschaftlicher Aufschwung ohne Überhitzungserscheinungen eingeleitet werden.

Strauß: Ein Wachstum von vier Prozent des Bruttosozialprodukts muß wieder erreicht werden.

Wachstum und Stabilität

Gutachter: Auch im Rahmen knapper Erörterungen gebührt dem Konflikt zwischen Stabilität und Wachstum breiter Raum, da angenommen werden muß, daß dieser Konflikt 1967 und noch danach das Hauptproblem der Wirtschaftspolitik bilden wird.