Eine der ältesten Besitzungen des britischen Empire, die Antilleninsel Barbados, wurde am letzten Novembertag nach 340jähriger Kolonialzeit in die Ungewißheit der Unabhängigkeit entlassen. Ministerpräsident Errol Barrow und viele seiner 250 000 (überwiegend farbigen) Landsleute fühlten sich in der Nacht der Freiheit, als „wären wir schon im Paradies“. Taufpaten waren auch hier wieder der Herzog und die Herzogin von Kent, die noch in jedem der letzten fünf Jahre irgendwo den Union Jack einholen mußten. Barbados, kleiner als das Territorium von Westberlin, ist der 26. Staat des Commonwealth, möchte aber sicherheitshalber auch in die Organisation der amerikanischen Staaten aufgenommen werden. Barrow meint, wenn Kanada und andere Commonwealthstaaten der OAS angehören würden, wären Zwischenfälle, wie der Bürgerkrieg in Santo Domingo, kaum noch denkbar. Wirtschaftlich ist der Miniaturstaat nicht eben auf Rosen gebettet. Vom Tourismus allein können die Einwohner nicht leben, und Zucker und Rum, die wichtigsten Produkte, sind nur noch schwer abzusetzen.