Der Mann, den wir suchen“, hatte Willi Daume, der Chef des deutschen Sports, über den Generalsekretär für die Olympischen Sommerspiele 1972 in München gesagt, „muß eine Mischung sein aus Albert Einstein und Henry Ford.“

In Bertold Beitz, dem Generalbevollmächtigten Krupps, hatte Daume einen solchen Fabelmenschen gesehen; doch Beitz ließ den Dortmunder Industriellen, mit dem er geschäftlich konkurriert, wissen, daß ihn andere Aufgaben an der Annahme des ehrenvollen Angebots hindern.

Eine Anzeige erbrachte den Nachweis, daß Beitz nicht der einzige Einstein-Ford-Mischling in Deutschland ist. 100 Männer, unter ihnen ein Bademeister und mehrere Manager aus der Industrie, bewarben sich um den Job in München. Allerdings: Daume urteilte anders als die Bewerber und registrierte, daß Geeignete unter den 100 nicht seien.

Diese Gewißheit ließ ihn zum Telephonhörer greifen und in Köln die Nummer 21 99 01 wählen. Am Apparat: Herbert Kunze, 58, Geschäftsführer des Bundesverbandes des privaten Bankgewerbes. Zwischen den Herren entspann sich der folgende Dialog:

„Herbert, wir haben jetzt den Generalsekretär für München.“

„Gratuliere.“

„Möchtest du wissen, wer es ist?“