Mit Subskriptionsausgaben möchten sich die Schallplattengesellschaften eine Basis für die Kalkulation möglicher Auflagen besonders aufwendiger Produktionen schaffen. Für das diesjährige Weihnachtsgeschäft legen die fünf großen Gesellschaften zwölf Angebote vor.

Ludwig van Beethoven: „Missa solemnis“; Söderström, Höffgen, Kmentt, Talvela, Neues Philharmonia Orchester London und Chor, Leitung: Otto Klemperer; Electrola SMA 91 489/90, bis 31. 12. 1966 36,– DM, später 50,– DM

Verbilligung: 28 Prozent

Eine dramatische „Missa“, vom liturgischen Raum – in dem sie für strenge Kirchenmusiker kaum etwas verloren hatte – weit entfernt; Klemperer sieht den Menschen vor allem als Sünder vor seinem Gott stehen, um Vergebung und um Frieden bittend. Eine „Missa“ ferner der kräftigen Farben; die einzelnen Textteile sind ad hoc interpretiert, so wechseln die Affekte schnell, die Kontraste sind überhöht. Bei der Solistenauswahl hat Klemperer auf schöne und individuelle Stimmen Wert gelegt – homogene Ensembles sind dabei allerdings nicht immer entstanden.

Ludwig van Beethoven: „Missa solemnis“; Janowitz, Ludwig, Wunderlich, Berry, Wiener Singverein, Berliner Philharmoniker, Leitung: Herbert von Karajan; Deutsche Grammophon SKL 195/96, bis 14. 1. 1967 38,– DM, später 50,– DM

Verbilligung: 24 Prozent

Eine eher epische „Missa“. Aber sie hat das bessere Solistenquartett. Zudem ist die Aufnahme technisch besser gelungen.