Wenn es nach dem Willen von Generaldirektor Peccei geht, soll Olivetti das erste unternehmen sein, das als „europäisches Unternehmen“ registriert wird. „Wenn die Registrierung am 1. Januar beginnt, so werde ich am Abend des 31. Dezember vor der Tür stehen, um der erste zu sein“, sagte Peccei vor deutschen Journalisten.

So stark der Drang nach einer Europäisierung ist, so konsequent ist auch der Kurs, den Olivetti auf das Geschäft mit der Automation nimmt. Nach den Rückschlägen, die es durch das Experiment mit dem Computerbau einstecken mußte, beschränkt sich das Unternehmen nun auf die peripheren Geräte zur Datenerfassung.

Daneben beginnt im Januar 1967 die Produktion automatisierter Werkzeugmaschinen. 1925 baute Olivetti die ersten Werkzeugmaschinen, ursprünglich für den eigenen Bedarf in den Schreib- und Rechenmaschinenfabriken, später auch für den Weltmarkt. Nach vier Jahrzehnten laufen jetzt die Serien konventioneller Bohr-, Schleif- und Fräsmaschinen aus, um Maschinen mit numerischer Steuerung Platz zu machen.

Ursprünglich für die Luft- und Raumfahrtindustrie entwickelt, verdrängen numerisch gesteuerte Maschinen seit einem halben Jahr immer stärker die herkömmlichen Werkzeugmaschinen. Sie sind für kleine und mittlere Serien gedacht und können die Produktionskosten bis zu 50 Prozent senken. Statt von einem Menschen werden diese Maschinen von einem kleinen Computer gesteuert, die Zeichnung des Werkstücks wird auf einen Lochstreifen übertragen.

In den USA, wo 1962 erst 1000 numerische gesteuerte Maschinen verkauft wurden, sind in diesem Jahr rund 10 000 Stück abgesetzt worden. Eine ähnliche Entwicklung erwartet Olivetti auch in Europa, wo beispielsweise der deutsche Markt jährlich 1000 bis 1500 Anlagen aufnehmen könnte. Die erste Jahresproduktion von 165 Maschinen ist bereits verkauft; für 1968 ist die Produktion von 250, für 1969 von 350 Anlagen vorgesehen. In der Bundesrepublik sind bisher 45 Anlagen verkauft worden, die 1968 geliefert werden.

Hintergrund dieser Geschäftspolitik sind große Aufwendungen für Forschung und Entwicklung, die rund 10 Prozent des Umsatzes betragen. Peccei erwartet für dieses Jahr eine zehnprozentige Umsatzsteigerung auf rund zwei Milliarden Mark. hm