Der Veba-Vorstand hofft, auch für das Jahr 1966 wiederum 11 Prozent Dividende ausschütten zu können. Das betonte Vorstandsvorsitzer Heinz P. Kemper in einer Pressekonferenz in Düsseldorf, die einen auffallend optimistischen Grundton hatte. Zwar werfe die Bergbaukrise – so hieß es – noch ihre Schatten auf die Tätigkeit der Veba; aber die Kohle werde auf die Dauer keine Belastung für den Konzern bleiben. Gegenwärtig liegen bei den beiden Zechengesellschaften der Veba, Mathias Stinnes und Hibernia – die, wie betont wurde, zunehmend stärker integriert werden und auch ohne die noch ausstehende gesellschaftsrechtliche Verschmelzung bereits jetzt „recht einheitlich“ geführt werden – 2,2 Millionen Tonnen Kohle und Koks auf Halde. Damit sei ein Gegenwert von mindestens 110 Millionen Mark gebunden.

Das könne sich die Veba auf die Dauer nicht leisten, räumte Generaldirektor Kemper ein. „Sehr schweren Herzens“ haben deswegen beide Zechengesellschaften die „unerläßliche“ Entscheidung getroffen, ihre Förderung an die nachhaltigen Absatzmöglichkeiten anzupassen. Durch die jetzt endgültig beschlossenen Stillegungen soll die Tagesförderung im Veba-Bereich von jetzt 53 000 auf 44 000 Tonnen gesenkt werden. Die Devise für die verbleibende Förderung heißt Verstromung. Dafür sollen etwa ab 1968/69 über 5 Millionen Tonnen Kohle in eigenen Kraftwerken eingesetzt werden. Kemper betonte ausdrücklich, daß die Bergbauprobleme unter diesen Aspekten im Veba-Bereich nicht so schmerzhaft seien Wie bei anderen Gesellschaften.

Die Aktiensparer haben die konsequente Haltung des Vorstandes in der Kohlefrage mit lebhaften Käufen honoriert. Der Veba-Kurs hat sich seither wesentlich verbessert... nmn