Mit der Gründung der Compagnie Internationale d’Informatique (INFI) in Paris hat die französische Regierung die erste Schwierigkeit ihres Datenverarbeitungsplanes, der Plan-Calcul, überwunden.

Als vor etwa einem Jahr der General de Gaulle 600 Millionen Francs für die Computer-Industrie zur Verfügung stellte, hatte er zur Bedingung gemacht, daß die interessierten Unternehmen ihre Forschungslaboratorien zusammenlegen und ihre Produktionsprogramme abstimmen sollten, bevor sie zur Kasse bitten. Das ist inzwischen trotz aller anfänglichen Skepsis geschehen.

Schneider le Creusot hat seine Filiale La Société’ Electronique et d’Automatisme (SEA) in die neue Gesellschaft INFI eingebracht. Eine andere, schon bestimmte Gruppe. (Compagnie Generale d’Electricité; Compagnie de Telegraphie sans Fil, Rivaud und Inter-technique) ist mit ihrer gemeinsamen Filiale, der Compagnie Européenne d’Automatisme (CAE) der neuen Gruppierung beigetreten.

Die beiden Firmen Compagnie Europeenne d’Automatisme und die Société d’Electronique et d’Automatisme werden zuerst ihr Produktionsprogramm getrennt fortsetzen. Gleichzeitig aber werden sie mit dem Studium und dem Bau einer neuen Computerserie beginnen. Dabei will sich die neue Gesellschaft bemühen, sich aus der Abhängigkeit von der amerikanischen Technologie zu befreien. Dazu braucht man allerdings viel Geld und technische Sepzialkräfte. Da die französische Regierung nicht in der Lage ist, den Plan Calcul allein zu verwirklichen, sieht sie sich in Europa nach weiteren Partnern um. Der französische Verteidigungsminister Pierre Messmer hat einen Appell an Bonn gerichtet und angefragt, ob der Austausch von Bauelementen und anderem Material für den Computerbau möglich wäre. In Bonn hat man sich noch nicht geäußert.