Textprobe: „Fußballendspiel. Das Mädchen, das ich vormittags in der Halle des Stuttgarter Hauptbahnhofs sah, trug unten eine hautenge schwarze Hose und oben einen hautengen gelben Pullover. Auf dem Busen trug es ebenso unübersehbar die Buchstaben BVB zur Schau, also rechts ein B und links ein B und in der Mitte ein V. Mir tut jeder leid, der das nicht gesehen hat...“

Mir tut jeder leid, der dieses Buch nicht gelesen hat „Rekorde und noch ein bißchen...“ (Ccpress Verlag, München; 179 Seiten, 9,80 DM), geschrieben von Horst Fried. Er ist Kolumnist der „Sport-Illustrierten“; und weil er ohnehin kein Geheimnis draus macht, darf es hier noch einmal ausgeplauscht sein: Horst Fried ist das Pseudonym für Horst Vetten, der wiederum den Lesern des ZEIT-Sportteils nicht unbekannt ist. Sport, meint er, bestehe nicht nur aus Zahlen und Zeiten, Rekorden und Resultaten; da sei „...noch ein bißchen.“ Über dieses „bißchen“ wird längst philosophiert und promoviert. Horst Fried alias Horst Vetten lacht darüber. Exakter gesagt: er grinst; denn als Reporter ist ihm das Lachen immer wieder vergangen. Und grinsend trifft er, um eine Boxer-Vokabel zu gebrauchen, „auf den Punkt“.

Auch wer nicht weiß, daß Gelb und Schwarz die Farben des Ballspielvereins Borussia Dortmund sind, selbst wer keine Ahnung vom Sportbetrieb hat, wird die 43 Geschichten, Glossen und durchtriebenen Kritiken aus der Schreibmaschine Marke „Scherz, Satire, Ironie“ mit Vergnügen, Schmunzeln, Lächeln oder dreist lautem Lachen lesen. Wer sich im Sport auskennt, wird es mit dem Autor halten und grinsen. Das fällt um so leichter, als dieser Autor sich über den Sport durchaus nicht lustig macht. Nichts in diesem Buch ist sportfeindlich. Hier wird nur getan, was uns Deutschen auch abseits der Arena bekommt: hier wird Sekt in den Bier-Ernst gemengt. rst.