Der Kursverluste den die Aktie des Volkswagenwerks in Kauf nehmen mußte, als die ersten Nachrichten über die bevorstehende Kurzarbeit. in die Öffentlichkeit drangen, ist weniger ein Ausdruck der Sorge über die künftige Entwicklung des größten europäischen Automobilwerkes. Kurzarbeit hat es in der Vergangenheit auch schon gegeben. Wenn die Notiz der VW-Aktie jetzt einen neuen Tiefstand erreichte, dann steckt dahinter eine harte Kritik am Management der Gesellschaft, das – so vermutet man jedenfalls – mit der Bekanntgabe der Absätzverschlechterung so lange wartete, bis sie ihre Kapitalerhöhung unter Dach und Fach hatte.

Noch Anfang November, als in Wolfsburg zur Einleitung der Kapitaltransaktion eine Pressekonferenz stattfand, war von der Möglichkeit einer so Weitgehenden Produktionseinschränkung nicht die Rede. Auch in späteren Veröffentlichungen nicht. In Börsenkreisen spottet man: „Im Vorstandsbüro hat man von den Absatzschwierigkeiten erst gemerkt, als das Fabrikgelände keine Volkswagen mehr faßte!“

Es wird jedenfalls nicht leicht sein, den sich düpiert fühlenden Zeichnern junger VW-Aktien wieder Vertrauen in die Leitung des Unternehmens zu geben. K. W.