Seitdem der amerikanische Physiker Theodore Maiman mit der Erfindung des Lasers zum erstenmal die Möglichkeit verwirklichte, ein auf dem von Einstein entdeckten Prinzip der „induzierten Emission“ beruhendes Gerät zu konstruieren, das einfarbiges, im Gleichtakt schwingendes und scharf gebündeltes Licht erzeugt, sind Dutzende von neuen Laser-Typen entwickelt worden. Die neueste Errungenschaft auf diesem Gebiet ist der anorganische Flüssigkeitslaser, den Forscher der General Telephone and Electronics Laboratories New York konstruiert haben.

Das Laserlicht, das milliardenfach intensiver ist als das der Sonne, das Diamanten zu durchboren vermag, mit dem man Einzelheiten in der lebenden Zelle beleuchten, Zeitintervalle, Entfernungen und Geschwindigkeiten mit nie zuvor gekannter Genauigkeit messen oder eine abgelöste Netzhaut anschweißen kann, verspricht zahllose technische Anwendungsmöglichkeiten. Chirurgen führen Krebsoperationen mit dem scharfen Lichtstrahl durch, Physiker prüfen damit die Richtigkeit der Relativitätstheorie, Biologen bestimmen mit dem Laser-Licht die Wachstumsgeschwindigkeit von Körpergeweben, und die Nachrichtentechniker stellen Versuche an, statt Radiowellen diese besonderen Lichtstrahlen für den Funkverkehr zu verwenden.

Der am meisten verwendete Laser-Typ ist immer noch der, den Maiman konstruiert hat und dessen Herzstück ein bleistiftdicker, etwa zehn Zentimeter langer, an beiden Enden verspiegelten Rubin-Stab ist. Dieser Kristallstab muß mit großer Präzision hergestellt werden, das macht das Gerät sehr teuer. Im Gegensatz dazu kann man das Kern-Element des anorganischen Flüssigkeitslasers im Laboratorium ohne viel Aufwand selbst herstellen. Ein bläuliches Pulver, das Oxid des zu den seltenen Erden gehörenden Neodyms, wird in einer Lösung von Selenoxichlorid gelöst. Diese Flüssigkeit wird in ein Quarzrohr gebracht, dessen Form ziemlich willkürlich gewährt werden kann. Um das an beiden Enden zugeschmolzene Rohr wird, wie beim Rubin-Laser, spindelförmig eine Quecksilber-Leuchtröhre gelegt, die die „Pumpfrequenz“ liefert.

Dr. Adam Heller der diesen bei normaler Raumtemperatur arbeitenden Flüssigkeitilaser entwickelt hat, erklärt, daß dieses Gerät gegenüber den Feststoff-Lasern eine Reihe von Vorteilen hat. Man kann das mit der anorganischen Flüssigkeit gefüllte Rohr beliebig lang machen und dadurch die Intensität des Lichtes entsprechend steigern. Überdies ist das neue Gerät nicht der Gefahr einer Überhitzung durch die Leuchtröhre ausgesetzt, weil man die Flüssigkeit zirkulieren lassen kann, wobei sie die aufgenommene Wärme wieder abgibt. Victor Gero