B. W., Hamburg

Der Herr mit dem Trauerflor im Knopfloch betrat den Aufenthaltsraum des Kapellenwärters.

„Die Beisetzung der Urne kann pünktlich erfolgen“, sagte der Kapellenwärter zu dem Herrn. „Zur Zeit haben wir in Ohlsdorf täglich etwa einhundertundvierzig Einäscherungen und Erdbestattungen, die Verwaltung muß ständig improvisieren, aber letzten Endes geht dann doch noch alles gut.“

„Eigentlich wollte ich in diesem Falle von einer Einäscherung absehen“, sagte der Herr, „in der öffentlichen Leichenhalle soll es an Personal fehlen, und der Amtsarzt kann auch nicht auf jede Kleinigkeit achten, doch ich ließ mich überreden.“

Der Kapellenwärter nahm die Urne vom Tisch und ging damit nach draußen. Dort stellte sich der Herr rechts neben ihn. Der Kapellenwärter bat den Herrn jedoch, an seine linke Seite zu treten, und der Herr versuchte, mit dem Kapellenwärter im Gleichschritt zu gehen.

Der Herr sagte: „Hoffentlich ist mein Blumenangebinde inzwischen nicht gestohlen worden; ich habe es schon am Grab niedergelegt; wenn ich mich nicht täusche, trug vorhin ein Mann in aller Eile drei Kränze von einem frischen Grabhügel. Er hatte eine schwarze Lederjacke an und stieg in einen Kombiwagen. Ich hätte mir die Nummer merken sollen.“

„Der ist längst in dem Verkehrsgewühl auf dem Friedhof untergetaucht, zu Fuß lohnen sich Kranzdiebstähle nicht.“