Deutsche Unternehmen wechseln von der Kohle ins Ölgeschäft, um sich am Leben zu erhalten, in den USA haben sich Mineralölgesellschaften wie die Continental Oil Company in jüngster Zeit Bergwerksunternehmen angegliedert. Im Unterschied zu Europa ist die Kohle in den USA nämlich wettbewerbsfähig. Sie liegt in mächtigen Flözen und kann zum großen Teil sogar im Tagebau gewonnen werden.

Aber auch der amerikanische Kohlenbergbau hatte seine Krise. Von 1946 bis 1954 sank die Förderung von 460 auf 330 Millionen Tonnen. Die Eisenbahnen gingen zum Dieselbetrieb über, der Hausbrandabsatz fiel von 78 auf 28 Millionen Tonnen, die Industrie stellte auf Öl um. Der amerikanische Bergbau rief damals nicht nach dem Staat, sondern versuchte durch Rationalisierung und Konzentration seine Stellung zu behaupten. Heute leisten 3 Prozent der 7500 Zechen mehr als die Hälfte der Gesamtförderung. Die Leistung je Mann und Schicht erreichte 16,8 Tonnen (im Tagebau sogar 30 Tonnen). Die Gewerkschaften ihrerseits verzichteten jahrelang auf Lohnerhöhungen, vermieden Streiks und machten keine Schwierigkeiten, als die Zahl der Bergarbeiter seit 1950 von 416 000 bis heute auf 125 000 gesenkt wurde. Trotzdem konnte die Förderung 1965 auf 468 Millionen Tonnen gesteigert werden. Etwa die Hälfte davon wurde in Kraftwerken verbraucht.

In der Montanunion dagegen wurde mit einer dreimal so hohen Zahl von Untertagearbeitern nicht einmal die Hälfte dieser Förderung erreicht. In der Leistung je Mann und Schicht liegt die Bundesrepublik mit einem Durchschnitt von 2,7 Tonnen an der Spitze. Der Bergbau träumt von einer Steigerung auf drei Tonnen. mj.