K. M., Mannheim

Was grün werden sollte, wurde grau. Wo Gras wachsen sollte, liegt jetzt Asche. Selbsthilfe ganz besonderer Art dachten sich jüngst Mannheims Wirtschaftshochschüler aus: Sie griffen zwar nicht, wie Göttingens Professoren, in die Brieftasche, doch aber zu Hacke und Schippe und riskierten – vorübergehend wenigstens – einen Platz im Kittchen, um sich Platz zum Parken zu schaffen. Sie kamen, um mit Planierraupe, Lastwagen, mit Schotter, Schlacke und Schaufeln einen Plan der AStA zu verwirklichen.

Gelb-grün war das Flugblatt, mit dem die Studentenfunktionäre ihre Kommilitonen aufscheuchten: „Die Mannheimer Studenten bauen sich ihre Parkplätze selbst!“ Denn, so Pressereferentin Renate Müßig, etwa die Hälfte der rund 3000 Studenten fährt einen eigenen Wagen. Dieser Umstand und die Tatsache, daß auch in Mannheim Parkraum knapp ist, hatte die studierenden Automobilisten auf die Palme gebracht. Es gab da aber ein ziemlich verwildertes Gelände, dessen ansehnliche Ausmaße – einige Tausend Quadratmeter – nutzbringender verwendbar schienen. Das Gelände gehört der Stadt, es ist. ihr in Erbpacht vom Land überlassen worden und soll ein Teil der Schloßanlage werden. So war es geplant, und im Haushalt waren 50 000 Mark dafür ausgewiesen. Doch Stadt und Land mußten ihre Pläne aufgeben, sie haben andere finanzielle Sorgen.

Also wurde der AStA der Wirtschaftshochschule aktiv. Die Studenten besorgten sich Rückendeckung bei einigen Professoren, ließen sich von Mannheimer Firmen die nötigen Gerätschaften aushändigen und machten sich an die Arbeit. Ihr Ergebnis: Platz für 300 Wagen.

Angesichts derart solid geschaffener Tatsachen mußte dann die Stadt kapitulieren. Gartenbaudirektor Bäuerle, der schon vorher in stillem Einverständnis die Dinge auf sich zukommen ließ, resignierte zuvorkommend: „Es ist sowieso kein Geld da, um etwas Besseres zu machen.“