Amerikanische Techniker berichteten über ein neues erstaunliches Ergebnis moderner Glasforschung: über Gläser, deren Durchsichtigkeit nach Belieben verändert werden kann. Die Scheiben sind glasklar oder milchig-trüb, je nachdem, ob man aus dem Fenster sehen oder sich vor fremden Blicken schützen will.

Glasscheiben, mit denen sich solcher Effekt erzielen läßt, sind aus mehreren Schichten zusammengesetzt. Zwischen zwei Glasschichten ist eine Speziallösung eingeschlossen. Sie enthält mikroskopisch kleine Teilchen, die als sogenannte Dipole ausgebildet sind, das heißt: Das eine Ende dieser länglichen Teilchen trägt eine positive, das andere Ende eine negative Ladung. Jede der beiden Glasschichten, zwischen denen sich die Flüssigkeit mit den Dipol-Teilchen befindet, enthält nun noch eine Schicht, die elektrischen Strom leitet.

Läuft kein Strom durch die leitende Schicht, liegen die Dipol-Teilchen in der Flüssigkeit kreuz und quer, und die Scheibe ist undurchsichtig. Sobald der Strom eingeschaltet wird, stellen sich die Dipol-Teilchen genau senkrecht zu den Glasflächen. Die Scheibe ist nun ganz klar. Schaltet man den Strom ab, wird sie trübe.

Durch einen einfachen Handgriff läßt sich so die Lichtdurchlässigkeit der Scheiben regulieren.

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