Scheibenhard ist ein elsässischesDorf an der Grenze, das eine gute Fußballmannschaft, aber keinen Sportplatz hat. Fügen wir dem Namen ein „t“ hinzu, so sind wir in Scheibenhardt, einem benachbarten deutschen Dorf, das keine so gute Mannschaft, dafür aber einen feinen Fußballplatz besitzt. Dazwischen liegt der Schlagbaum, und dieser öffnet sich sofort; wenn die französischen Footballeurs, deren Equipe übrigens ein Deutscher angehört, herüberkommen, um auf deutschem Boden für ihr regionales Championat zu trainieren. „Rien â déclarer?“ dort, „Nichts zu verzollen?“ hier. Sie haben bloß den Ball dabei, sonst nichts. Und notfalls können die Scheibenhardter den Scheibenhardern einen borgen.

Was immer das Barometer der deutsch-französischen Nachbarschaft anzeigt, windstilles oder stürmisches, heiteres oder verhangenes, wechselndes oder dauerhaft freundliches Wetter: die Scheibenharder spielen sonntags Fußball in Scheibenhardt.

Niemand wird zweifeln, daß es des Kanzlers Kiesinger liebster Wunsch ist, die gemischte Equipe seiner politischen Mitarbeiter zur Wiederbelebung der deutschfranzösischen Freundschaftsspiele, einzusetzen. Die beiden Dörfer an der Grenze, die nur durch ein „t“ zu unterscheiden sind, geben das Beispiel: Am Ball bleiben!