Wolfgong Ebert:

Was die NPD anbelangt, da gibt es zwei Möglichkeiten: entweder bringen wir sie auf 20 Prozent – weil die Amerikaner Ländern mit 20 % Radikalen Entwicklungshilfe gewähren. Oder wir graben ihr das Wasser ab.

Schuld an der NPD sind bekanntlich die Massenmedien, gewisse Publizisten, die Sowjets, die Amerikaner, de Gaulle und Personen, die alles Deutsche in den Dreck ziehen und dort auch noch verhöhnen. Das muß sofort anders werden. Und zwar ab 1. 1. Da stellen wir uns ganz auf die NPD um. Fragen wir uns bei allem, was wir tun: Könnte das der NPD wieder einen Wähler in die Arme treiben? Und lassen es dann einfach weg.

Da genügt es nicht, fortan nicht mehr das eigene Nest zu beschmutzen und dreimal wöchentlich lauthals zu erklären: „Aber die anderen haben damals auch...“.

Oder: „Schluß mit der Kollektivschuld – Propaganda!“. Da müssen wir weitergehen, und zum Beispiel das Kritisieren der Regierung und das Nörgeln am Staat aufgeben. Demokratie ist schließlich nicht für alle da. Auch Krisen, vor allem Regierungskrisen, sollten wir ab 1.1. tunlichst vermeiden, damit die NPD nicht jubeln kann.

Dagegen sollten wir der NPD zuliebe unser Nationalgefühl pflegen und uns dabei von der nationalen Welle mittragen lassen. Manchem ist sein Nationalgefühl anno 33 oder 45 verlorengegangen: andere hatten es vorübergehend gegen das neue Europa-Gefühl eingetauscht. Diese Leute sollten ihres schleunigst wiederfinden – man trägt es wieder!

Es genügt nicht, sich über Triumphe unserer Fußballer in England oder über die unserer Philharmoniker in Tokio zu freuen und beim Deutschlandlied die erste Strophe innerlich mitzuflüsern. Auch wer nie ein Striptease-Lokal besucht hat, um dort die Würde der deutschen Frau anzutasten, kann, politisch gesehen, ein Schwein sein.