In seiner ersten Regierungserklärung versprach Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger Entscheidungen in der Finanz-, Wirtschafts-, Außen- und Deutschlandpolitik. Nach der Absage von Harald Koch übernahm Bruno Gleitze vom Wirtschaftswissenschaftlichen Institut der Gewerkschaften das Amt des Wirtschaftsministers von Nordrhein-Westfalen. in Stuttgart kam eine Große Koalition zustande. Mit reduzierter Stimmenzahl wurde in Bonn Rainer Barzel als Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU bestätigt.

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Zum Staatssekretär im Bundeskanzleramt wurde der bisherige Ministerialdirektor im Bundesverteidigungsministerium, Werner Knieper, ernannt. Mit Gerhard Schröder ging Staatssekretär Karl Carstens ins Verteidigungsministerium. Bundespressechef Staatssekretär Karl-Günther von Hase bat um „eine neue Verwendung“. Der Bundeskanzler empfing den als stellvertretenden Bundespressechef vorgesehenen stellvertretenden Spiegel-Chefredakteur Conrad Ahlers. Der bisherige Berliner Senator für Bundesangelegenheiten, Klaus Schütz, übernahm im Bonner Auswärtigen Amt die Geschäfte des Staatssekretärs.

Der sowjetische Botschafter Semjon Zarapkin reiste nach einem Gespräch mit Bundesminister Willy Brandt nach Moskau. Für die Zeit seines Aufenthalts in der französischen Hauptstadt wurde eine Begegnung des Bundesaußenministers mit Staatspräsident Charles de Gaulle vereinbart. Bonn und Paris einigten sich über den Status der französischen Truppen in Deutschland. Die divergierenden Ansichten Frankreichs und der Sowjetunion wurden im Abschluß-Kommuniqué nach dem Besuch des sowjetischen Ministerpräsidenten Alexej Kossygin in Paris verschwiegen.

Paris war zum letztenmal Schauplatz der Winter-Konferenz des NATO-Ministerrats. Der amerikanische Außenminister Dean Rusk bat die NATO-Verbündeten um größere Unterstützung der Vereinigten Staaten in Vietnam. Bei Vietnam-Demonstrationen in Berlin kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei. Bei der Wahl zum 19. Konvent der Freien Universität Berlin erzielten die linksorientierten Hochschulgruppen große Stimmengewinne.

Dem ehemaligen amerikanischen Präsidenten Dwight D. Eisenhower wurde im Walter-Reed-Krankenhaus in Washington die Gallenblase entfernt. Von seinem Rekonvaleszenz-Aufenthalt auf seiner Texas-Farm kehrte Präsident Lyndon B. Johnson ins Weiße Haus zurück. Bei dem wegen Mordes an Lee Harvey Oswald zum Tode verurteilten Jack Ruby wurde eine Krebsgeschwulst entdeckt. Der britische Gesundheitsminister setzte sich für ein gesetzliches Rauchverbot in der Öffentlichkeit ein.

Die angesehene englische Zeitung „Guardian“ geriet in eine schwierige wirtschaftliche Lage. Der Axel-Springer-Verlag kündigte das Ende der Illustrierten „Kristall“ an. Das Volkswagenwerk entschloß sich zur Kurzarbeit im Januar. Wegen der veränderten Wirtschaftslage verzichteten viele Gastarbeiter auf einen weihnachtlichen Heimatbesuch.