Wer je eine Herzattacke erlitten hat odereine an Cholesterin und gesättigten Fettsäuren reiche Nahrung zu sich nimmt, sollte möglichst wenig Rohr- oder Rübenzucker, sondern statt dessen vorwiegend Traubenzucker verwenden, wenn er das Risiko eines Herzinfarktes möglichst gering halten will.

Dieser Schluß läßt sich aus Tierversuchen dreier Chikagoer Wissenschaftler ziehen, die ihre Ergebnisse Ende Oktober 1966 auf dem Kongreß der „American Heart Association“ in New York vorgetragen haben. Dr. Ruth Pick‚ Dr. Gregory B. Clarke und Louis N. Katz vom Reese-Hospital hatten durch Versuche an jungen Hähnchen herausgefunden, daß Rohrzucker, wenn er zusammen mit einer cholesterinreichen Diät verabreicht wird, den Blut-Cholesterin-Spiegel stärker ansteigen läßt, als dies die cholesterinreiche Diät allein vermag. Da der Traubenzucker den Cholesterinspiegel bei gleicher Versuchsanordnung nicht stärker ansteigen ließ, sehen die drei Forscher die Gefahr für die Entstehung einer Arteriosklerose und damit den Herzinfarkt beim Rohrzucker eher gegeben.

Diese „neuen und unerwarteten Ergebnisse“ sollten zwar nicht vorbehaltlos auf den Menschen übertragen werden, erklärten die Wissenschaftler. Sie würden aber gewisse Beobachtungen sowohl bei Tieren als auch beim Menschen bestätigen, die der Anlaß für die Experimente gewesen seien: Zum Beispiel, daß eine gemischte, viel tierisches Fett und Rohrzucker enthaltende Diät weit häufiger mit hohen Cholesterinspiegeln im Blut und einer hohen Arteriosklerose-Häufigkeit einhergeht, als dies bei einer Diät der Fall ist, die vorwiegend aus einem dieser beiden Stoffe besteht. Die Amerikaner, so heißt es weiter, neigten zu einer fett- und rohrzuckerreichen Diät. Sie hätten demgemäß auch relativ hohe Blut-Cholesterin-Spiegel und prozentual häufig Herzattacken.

In Deutschland sterben heute etwa vier von zehn Menschen an Herz- oder Gefäßkrankheiten, in den USA erliegt ihnen jeder zweite. In beiden Ländern steigen diese Zahlen an. Und unter den Kreislaufkrankheiten sind es insbesondere die Infarktfälle, die bedenklich zunehmen.

Vom Herzinfarkt macht sich heute auch der Laie ungefähr folgendes Bild: Das Herz hört plötzlich auf zu schlagen, weil eine der Schlagadern, die es versorgen, dem Herzmuskel nicht mehr genügend Blut zuführt. Zu den Ursachen des Herzinfarkts werden üblicherweise gezählt:

  • die geistig-seelische Belastung (streß) eines wenig beglückenden Berufs, das Arbeiten unter Zeitdruck an wenig befriedigenden Aufgaben;
  • die Reizüberflutung durch Lärm, Licht und Genußgifte;
  • hoher Blutdruck unter bestimmten, innere Erregung auslösenden Umständen.

Unser angespanntes, ruheloses Leben reizt das sympathische Nervensystem, das den Herzschlag beschleunigt und den Blutdruck steigen läßt. Indem es das Adrenalin-Hormon freisetzt, steigert das sympathische Nervensystemzugleich auch den Herzstoffwechsel. Die gängige Infarkt-Theorie geht davon aus, daß der Herzmuskel als Folge der erhöhten Stoffwechseltätigkeit einen größeren Sauerstoffbedarf hat. Wenn nun – zum Beispiel durch eine Verengung der dem Herzen Blut zuführenden Gefäße – die Sauerstoffversorgung gedrosselt wird, entsteht Sauerstoffmangel. Als Folge davon kann es zum Herzstillstand kommen.